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ISSN 1610-0611
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Hoffnung für die Gorillas im Nebel?


WWF: Zahl der Berggorillas steigt 100 Jahre nach ihrer Entdeckung wieder langsam an

Vor 100 Jahren, am 17. Oktober 1902, entdeckte der deutsche Wissenschaftler Robert von Beringe die später nach ihm als „Gorilla beringei“ benannten Berggorillas. Zum Jahrestag ihrer Entdeckung teilt die Umweltstiftung WWF mit, dass die Zahl der stark vom Aussterben bedrohten Menschenaffen wieder langsam ansteigt. Unkontrollierte Jagd auf die einst als wilde Bestien gefürchteten Vegetarier, die Zerstörung ihres Lebensraums, die Ansteckung mit Krankheiten und der Schwarzhandel mit Gorillababies führten im 20. Jahrhundert dazu, dass die Menschenaffen an den Rand des Aussterbens gebracht wurden. Trotz der weiterhin düsteren Aussichten ist die Zahl der Berggorillas mittlerweile von 620 Tieren im Jahr 1996 auf aktuell 674 gestiegen. Die Befürchtung, dass die Berggorillas in ein und demselben Jahrhundert entdeckt und ausgerottet würden, hat sich somit nicht bestätigt. Die letzten Berggorillas leben auf 2.000 bis 4.000 Metern Höhe in den nebelfeuchten Bergwäldern Ost!
afrikas in voneinander isolierten Populationen. Etwa die Hälfte der gezählten Tiere lebt im Bwindi-Nationalpark in Uganda, der Rest in anderen Parks in Uganda, Ruanda und in der Demokratischen Republik Kongo.
Der Verlust des Lebensraums Regenwald und die Wilderei sind die größten Bedrohungen für die Berggorillas. Abholzung und der Bau von Straßen und Siedlungen lassen ihr Revier immer weiter schrumpfen. „Die wenig übrig gebliebenen Berggorillas müssen sich ihren Lebensraum in Uganda, Runda und im Kongo mit mehr als 100.000 Menschen teilen. Der Landhunger der Menschen führt dazu, dass das Revier der Gorillas gnadenlos zerstückelt wird“, sagt Peter J. Stephenson, Leiter des WWF-Programms für Afrika und Madagaskar. Die verbesserte Infrastruktur lockt zusätzliche Jäger an, die das Fleisch der Affen unter anderem als so genanntes „Bush Meat“ an die Holzarbeiter verkaufen. Darüber hinaus sind die Gefahren durch Milizen in der von Bürgerkriegen gebeutelten Region weiterhin groß: Bewaffnet durchkämmen sie die Bergwälder auf der Suche nach Feinden und töten und essen auch Gorillas.
Der WWF beteiligt sich seit 1991 an einem internationalen Gorilla-Schutzprogramm und finanziert konkrete Hilfsmaßnahmen. So schützen zum einen Wildhüter die Tiere vor Übergriffen von Wilderern, zum anderen trägt naturverträglicher Tourismus mit geführten Ausflügen in das Gebiet der Gorillas dazu bei, dass die Einheimischen vom Schutz der beeindruckenden Tiere finanziell profitieren. Durch die Bemühungen des Gorilla-Schutzprogramms und der Nationalparkverwaltungen konnte der Bestand zwar geringfügig erhöht werden, doch gehören die Bergggorillas noch immer zu den am stärksten bedrohten Tierarten der Welt. Menschenaffen sind mehr als andere Säugetiere durch Wilderei und Abholzung in ihrem Bestand bedroht, denn keine der Arten kommt naturgemäß häufig vor, und alle haben nur wenig Nachwuchs. Gorillas bekommen nur etwa alle vier Jahre nach einer Tragzeit von knapp neun Monaten ein Baby.

Jenni Glaser,
Pressestelle WWF Deutschland
17.10.02



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