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ISSN 1610-0611
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Poker um das weiße Zahngold

WWF will an Handelsverbot von Elfenbein festhalten

Frankfurt a. M. / Santiago de Chile: Der Handel mit Elfenbein ist eines der ganz heißen Themen auf der 12. Vertragsstaatenkonferenz zum
Washingtoner Artenschutzübereinkommen, kurz: CITES (Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora), die heute in Santiago de Chile beginnt. Mehrere afrikanische Staaten wollen das seit 1989 bestehende Handelsverbot für Elfenbein lockern, weil sich die Dickhäuter in einigen Regionen stark vermehrt haben. Für den WWF wäre eine Aufhebung des Verbots der falsche Weg. „Gewildertes Elfenbein lässt sich nicht von Stoßzähnen aus legalen Quellen unterscheiden“, erklärt Roland Melisch vom WWF Deutschland. Der Naturschützer warnt: Eine Freigabe des Elfenbeinhandels könne zu einem Ausufern der Wilderei führen. Zunächst müsse man die Märkte, insbesondere in Asien, besser überwachen und den Sumpf des illegalen Elfenbeinhandels trocken legen. Erst danach könne man über den begrenzten und kontrollierten Handel m!
it dem begehrten Stoff nachdenken.

Der Handel mit Stoßzähnen ist nicht der einzige Punkt, über den sich die Delegierten aus 160 Ländern in den nächsten zwei Wochen verständigen müssen. Insgesamt
liegen in Chile schon jetzt 54 Anträge und über 50 weitere Kontrollvorschläge auf dem Tisch. Es geht z.B. um Wale, Schildkröten und edle Hölzer. Handfeste wirtschaftliche Interessen sind im Spiel. Nach Schätzungen des WWF umfaßt der Weltmarkt für Produkte aus der Wildnis wie Holz, Fisch oder Heilpflanzen über 200 Milliarden Euro im Jahr. Hinzu komme, dass jährlich auf dem Schwarzmarkt Produkte im geschätzten Wert von 70 Milliarden Euro den Besitzer wechseln.

„In Chile werden nicht nur die Weichen für das Überleben zahlreicher Tier- und Pflanzenarten gestellt. Es geht auch um die Lebensgrundlage der Menschen, “ betont
Roland Melisch. Besonders deutlich werde dies z.B. an bedrohten Heilpflanzen. Der fernöstliche wilde Ginseng stehe kurz vor dem Aussterben. Auch der Zusammenbruch zahlreicher Fischbestände wie beim Schwarzen Seehecht, beim Riesenhai oder bei vielen Stör-Arten, mache deutlich, warum die Übernutzung der Natur inzwischen zu einer der häufigsten „Todesursachen“ beim Artensterben geworden ist.
Für den WWF bietet die Konferenz in Santiago die Chance, dem Raubbau an natürlichen Lebensgrundlagen entgegenzutreten und den Handel mit bedrohten Tier- und Pflanzenarten zu begrenzen.
WWF Deutschland
Rebstöcker Straße 55
60326 Frankfurt
03.11. 2002:


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PETA NEWSLETTER vom 18. Oktober 2002 | (CITES): Samtpfoten im Visier