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Riesenfische im Kochtopf
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Riesenfische im Kochtopf
WWF verlangt verschärften internationalen Schutz für Walhaie
Das Fleisch der Walhaie landet, vor allem in Asien, immer häufiger im Kochtopf. Der WWF macht sich jetzt für einen verbesserten Schutz der größten Fische der Welt stark. Ein neuer Report von TRAFFIC, dem gemeinsamen Artenschutzprogramm von WWF und Weltnaturschutzunion (IUCN), verdeutlicht die Gefährdung der Giganten der Meere. Das Fleisch der riesigen Planktonfresser, die bis zu 15 Meter groß und 100 Jahre alt werden können, wird vermehrt nachgefragt - zugleich sinkt der Preis. Für den WWF ist das ein deutliches Signal für Überfischung. „Gegen Piratenfischerei und den Schmuggel mit Hai-Fleisch hilft nur eindeutige Transparenz beim Handel“, betont Roland Melisch, Leiter des Referats Artenschutz beim WWF /TRAFFIC. Auf der bevorstehenden Konferenz zum Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES Convention on International Trade in Endangered Species) will der WWF dafür sorgen, die Riesenfische künftig über das Abkommen besser zu schützen. Eine schärfere Handelskont! rolle sei nötig, um der Raubfischerei Einhalt zu gebieten und die Fischerei auf ein verträgliches Maß zurückzuführen.
Walhaie gehören zu den so genannten Knorpelfischen. „Haie sind älter als die Dinosaurier. Es gibt sie schon seit mehr als 400 Millionen Jahren,“ berichtet Roland Melisch. Damit die „Urfische“ auch die nächsten 100 Jahre überleben, müsse der Fang begrenzt werden. Genaue Angabe wie viele Walhaie bislang von den Fischern verschont geblieben sind, liegen nicht vor. Schätzungen sind schwierig, da die Tiere in den tropischen und subtropischen Gewässern aller Weltmeere vorkommen und weite Wanderungen unternehmen. Klar ist aber, dass die große Nachfrage ostasiatischer Länder dazu geführt hat, die Bestände in den vergangenen fünf Jahren erheblich auszudünnen. Vor allem in Taiwan haben immer mehr Restaurants Walhai auf der Speisekarte. Taiwan hat zwar inzwischen das erste Fang und Überwachungssystem der Welt eingeführt. Doch die Grauzone beim Handel mit dem Fleisch der Riesenfische ist nach wie vor groß. Der TRAFFIC Untersuchung zufolge liegt der Bedarf an Walhai-Fleisch doppelt so hoch wie die offiziellen Fang- und Importzahlen. Allein in Taipeh, einem der globalen Hauptumschlagplätze für den begehrten Fisch, haben sich die Umsatzzahlen von 1998 bis 2000 mehr als verdoppelt. Ein Alarmsignal: Denn durch das langsame Wachstum, ihr spätes Fortpflanzungsalter und das Gebären nur weniger Nachkommen sind Haie bei anhaltendem Bedarf besonders anfällig für die Übernutzung. Nach Einschätzung des WWF ist für das Überleben der Walhaie mehr Markttransparenz ein zentrales Element. Darüber hinaus müsse man sinnvolle Programme zum Schutz der sanften Riesen entwickeln. Alternativen zeigen die Naturschützer auf den Philippinen. Dort geht es um den gelenkten Ausbau des Öko-Tauchtourismus. „Wir wollen den Leuten zeigen, dass die harmlosen Riesenfische viel zu schade für den Kochtopf sind. Als Attraktion für tauchende Touristen sind sie für die Einheimischen auch wirtschaftlich viel interessanter,“ so Roland Melisch abschließend.
WWF Deutschland Rebstöcker Straße 55 60326 Frankfurt 09.10.2001
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