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ISSN 1610-0611
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Autoritäre Staaten behindern AN.ON

Autoritäre Staaten behindern AN.ON


Deutsche Firmen und Organisationen mit ausländischen Dependancen nutzen
für ihre Internetrecherchen offenbar zunehmend das im AN.ON-Projekt
entwickelte Anonymitätstool "JAP". Mit diesem Tool ist es möglich, auch
aus Ländern mit beschränktem Internetzugriff freien Informationszugang
zu erlangen. Unterdessen wurde bereits vereinzelt der Zugriff auf die
Anonymitätsserver aus solchen Ländern, die über keine demokratische
Staatsform verfügen, unterbunden. Darauf hat nunmehr das Projekt AN.ON
seinerseits reagiert. In einigen Fällen konnte inzwi-schen eine Lösung
gefunden werden, um die Sperrung des Zugriffs auf die An-onymitätsserver
zu umgehen. Die Behinderung von AN.ON durch undemokratische Staaten
werfe natürlich die Frage auf, "ob die Anonymisierung der
Anonymisierung möglich ist", meint Dr. Hannes Federrath, Leiter der
JAP-Entwicklung an der FU Berlin und TU Dresden.

Der Leiter des Unabhängigen Landeszentrums für Datenschutz, Dr. Helmut
Bäumler, erklärte, der Vorgang zeige zweierlei: "Fortschrittliche
Datenschutztechnologien sind nicht nur für den Schutz der Privatsphäre
der Bürgerinnen und Bürger notwendig, sondern auch für die Wirtschaft
von zunehmender Bedeutung. Zum anderen ist bezeichnend, dass der
Anonymisierungsdienst AN.ON vornehmlich undemokratischen Staaten ein
Dorn im Auge ist. Sie fürchten die Autonomie der Internetnutzer und
sehen ihre Chancen schwinden, diese auf Schritt und Tritt zu
überwachen."

AN.ON ist ein vom Bundeswirtschaftsministerium gefördertes
Modellprojekt, das von der TU Dresden, der FU Berlin und dem
Unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein gemeinsam
betrieben wird. Nähere Informationen unter

www.anon-online.de
und
www.datenschutzzentrum.de

3. Dezember 2002


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