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Bangladesch: Situation spitzt sich zu

Bangladesch: Situation spitzt sich zu

Bangladesch
Situation des verhafteten Korrespondenten von Reporter ohne Grenzen Salem
Samad und seiner Familie spitzt sich zu

Salem Samad, Journalist und lokaler Korrespondent von Reporter ohne
Grenzen, wurde am 29. November in Bangladesch verhaftet. Mittlerweile ist
auch seine Familie gefährdet. Reporter ohne Grenzen ist besorgt und ruft zu
internationaler Unterstützung auf.
"Nach unseren neuesten Informationen wird jetzt auch die Familie des
verhafteten Journalisten und ROG-Korrespondenten von Polizei und
Geheimdiensten bedroht. Die Polizei durchsuchte das Haus der Familie
dreimal. Der 81-jährige Vater wurde mitten in der Nacht zu Verhören
gebracht. Seinem Bruder und der Schwägerin droht die Polizei mit
Verhaftung. Samads Frau Jasmine und sein 16-jähriger Sohn halten sich
mittlerweile aus Furcht vor weiteren Polizeimaßnahmen versteckt", erklärt
Elke Schäfter, Geschäftsführerin von Reporter ohne Grenzen in Deutschland.
Salem Samad wurde aus dem Polizeigewahrsam am 4. Dezember ins
Zentralgefängnis von Dhaka verlegt. Bisher konnten weder seine Familien
noch seine Rechtsanwälte Kontakt zu ihm aufnehmen. Die Polizei verhinderte
die Unterzeichnung einer Vollmacht für die Anwälte, die es ihnen
ermöglicht, rechtliche Schritte für die Freilassung zu unternehmen. Die
bedeutende bangladeschische Tages-zeitung Janakantha berichtet unterdessen,
dass Samad im Polizeigewahrsam geschlagen wurde.
Wir fürchten um die Sicherheit Samads und seiner Familie. In einem Brief an
den Premierminister Bangladeschs Zia fordert Reporter ohne Grenzen die
Freilassung des Journalisten und Garantien für die Sicherheit der Familie.
Außerdem rufen wir die Öffentlichkeit zu internationaler Unterstützung und
zur Unterzeichnung der Petition unter www.rsf.org auf.
Salem Samad, bangladeschischer Journalist und lokaler Korrespondent der
internationalen Menschenrechtsorganisation Reporter ohne Grenzen war am 29.
November verhaftet worden, weil er ein britisches TV-Team unterstützte, das
an einer Dokumentation über die politische Situation in Bangladesch
arbeitete. Die beiden Chanel 4 Journalisten, Zaiba Malik und Bruno
Sorrentino sowie ihre bangladeschische Übersetzerin Pricilla Raj wurden
bereits am 25. November mit der Begründung "staatsfeindliche Aktivitäten"
fest-genommen. Dafür droht in Bangladesch die Todesstrafe. Mittlerweile
konnten ihre Anwälte sie im Gefängnis besuchen. Es gibt jedoch noch immer
keine Informationen, wie die offiziellen Anklage-punkte lauten.
Reporter ohne Grenzen fordert weiterhin Einreisegenehmigungen für
Mitarbeiter der internationalen Meschenrechtsorganisation zur Verteidigung
der Pressefreiheit, um sich vor Ort für die Freilassung aller gefangenen
Journalisten einzusetzen. Bangladesch gehört zu den Ländern, die von
ausländischen Journalisten spezielle Einreisevisa verlangen.

Für weitere Informationen:
Reporter ohne Grenzen
Sabina Strunk
Tel. (030) 615 85 85
kontakt@reporter-ohne-grenzen.de
www.reporter-ohne-grenzen.de / www.rsf.org

Reporter ohne Grenzen
Skalitzer Straße 101, 10997 Berlin
Germany

Berlin, 6. Dezember 2002


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