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ISSN 1610-0611
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Tödliche Schüsse auf Journalist

Pakistan
Tödliche Schüsse auf Journalist

Reporter ohne Grenzen verurteilt den Mord an dem pakistanischen
Journalisten Shahid Soomro.
Der Korrespondent der Tageszeitung Kawish wurde in der Nacht vom 20. auf
den 21. Oktober vor seinem Haus in Mirzanpur (Pakistan) niedergeschossen
und starb noch auf dem Weg ins Krankenhaus. Der Bruder des Opfers vermutet,
dass pro-fundamentalistische Politiker hinter der Tat stehen.

"Wenn der kaltblütige Mord an einem Journalisten zum Umgang einiger
fundamentalistischer Parteien mit der Pressefreiheit gehört, dann haben wir
nach dem Wahlsieg dieser Parteien nichts Gutes zu erwarten" erklärt Robert
Ménard, Generalsekretär von Reporter ohne Grenzen. In einem Brief an den
Innenminister Pakistans, Moin-ud-din Haider, fordert die internationale
Organisation zur Verteidigung der Pressefreiheit die vollständige
Aufklärung der Tat und die Bestrafung der Täter.

Nach Berichten des Korrespondenten der Daily Times in Hyderabad, Ahmed
Raza, wurde Soomro von seinen Mördern aus dem Haus gelockt, offensichtlich
um ihn zu entführen. Als Soomro sich wehrte, eröffneten fünf Männer das
Feuer auf ihn und flohen. Der Journalist verstarb an seinen schweren
Bauchverletzungen auf dem Weg ins Krankenhaus.

Die Motive der Tat sind noch unklar. Es wird jedoch vermutet, dass Soomro
wegen Artikel, die er während der vergangenen Wahlen veröffentlichte ins
Visier pro-islamistischer Politiker geriet. Die Polizei ermittelt gegen
vier verdächtige Personen aus diesem Umfeld. Ein Verdächtiger, Mohammad Ali
Bijarani, wurde bereits verhaftet. Weitere Spuren führen zu seinem Bruder
Wahid und zu einem weiteren Mann, Mohammad Bajkani. Die Bijaranis sind eine
einfussreiche Familie von pro-fundamentalistischen Politikern. Zur Familie
gehören u.a. zwei Abgeordnete des Provinzparlaments und ein ehemaliger
Minister.

Soomro war 26 Jahre alt. Er hinterlässt eine Frau und zwei Kinder.


Reporter ohne Grenzen
Skalitzer Straße 101, 10997 Berlin

Berlin, 24.10.2002


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