Titel Hamburg Initiativen Hamburg-Termine Inland International Magazin Archiv Suchen
International:
International


Themen:
EU
  EP: Abtreibungen legal
Umwelt & Natur
Mensch & Tier
Report
Krieg & Frieden • Menschen- u. Bürgerrechte
  IOM-Press (deutsch)
  IOM-Press (english)
  IMK
Presse- u. Informationsfreiheit
Initiativen
  IPPNW
  GfbV
  terre des hommes
  Amnesty
  attac
  DFG-VK
  Hilfe für Kinder
  Ärzte ohne Grenzen


Service:
Impressum
ISSN 1610-0611
Information
Intern
Newsletter
Archiv


Bundesregierung muss mehr Geld bereitstellen

Welt-Aids-Tag:
ÄRZTE OHNE GRENZEN: Bundesregierung muss mehr Geld bereitstellen

Berlin, Anlässlich des Welt-Aids-Tages ruft die
internationale Hilfsorganisation ÄRZTE OHNE GRENZEN Regierungen,
internationale Organisationen und Geberländer auf, die Programme zur
Behandlung von HIV/Aids-Patienten in ärmeren Ländern auszuweiten. Die
Organisation fordert die Regierungen der Industrieländer auf, mehr Geld für
die Behandlung bereitzustellen und den Schutz der Gesundheit in ärmeren
Ländern nicht zu Gunsten eigener Interessen einzuschränken. Zudem müssen die
Arzneimittelpreise drastisch gesenkt werden.

"Für uns ist jeden Tag Aids-Tag. In unseren Projekten zeigen wir, dass es
möglich ist, Menschen in ärmeren Ländern mit antiretroviralen Medikamenten
zu behandeln", sagt Dr. Bernard Pécoul, Leiter der Medikamentenkampagne von
ÄRZTE OHNE GRENZEN. In Pilotprojekten in zehn Ländern behandelt die
Organisation inzwischen rund 2.300 HIV/Aids-Patienten mit der so genannten
Dreifachtherapie.

"Die Hilfsorganisationen können jedoch niemals alle Betroffenen erreichen.
Die Regierungen müssen nationale Behandlungsprogramme einrichten, in denen
die Therapie kostenfrei oder zu erschwinglichen Preisen angeboten wird", so
Pécoul. "Dafür sind kostengünstige Medikamente und einfachere
Behandlungsprotokolle nötig, die in ärmeren Ländern anwendbar sind:
Erforderlich ist eine Therapie in Form einer täglichen Tablette für den
Preis von 20 Cents." ÄRZTE OHNE GRENZEN unterstützt den Vorschlag der
Weltgesundheitsorganisation, die Behandlung für 70 US-Dollar pro Jahr
anzubieten.

Darüber hinaus fordert ÄRZTE OHNE GRENZEN die Regierungen der
Industrieländer auf, mehr Geld für die Behandlung von HIV/Aids zur Verfügung
zu stellen. Bislang wurden anstelle der von UN-Generalsekretär Kofi Annan
jährlich geforderten sieben bis zehn Milliarden US-Dollar lediglich 2,1
Milliarden US-Dollar in den Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids,
Tuberkulose und Malaria eingezahlt. Die drei reichsten Länder der Welt - die
USA, Japan und Deutschland - haben bisher lediglich sieben Prozent des von
ihnen erwarteten Beitrags geleistet. ÄRZTE OHNE GRENZEN fordert die
Bundesregierung auf, mindestens 350 Millionen Euro jährlich zur Verfügung zu
stellen.

Um ärmeren Ländern Zugang zu erschwinglichen Arzneimitteln zu ermöglichen,
müssen zudem der Patentschutz von Medikamenten flexibel gehandhabt und die
Produktion von Nachahmerprodukten (Generika) angekurbelt werden. Derzeit
deuten die Verhandlungen der Welthandelsorganisation jedoch darauf hin, dass
die Herstellung von kostengünstigen Generika künftig erschwert und der
Export in ärmere Länder blockiert werden.

"Jede Minute sterben sechs Menschen an Aids. Wir können keine Kompromisse
machen, wenn es um Menschenleben geht", so Tobias Luppe von ÄRZTE OHNE
GRENZEN. "Jedes Land muss über effektive und praktikable Methoden zum Schutz
der öffentlichen Gesundheit verfügen. Sonst setzt die WTO das Leben von
Millionen Menschen aufs Spiel."


--------------------------------------------------
29. November 2002.
AERZTE OHNE GRENZEN / AM KOELLNISCHEN PARK 1 / D-10179 BERLIN
OFFICE@BERLIN.MSF.ORG / HTTP://WWW.AERZTE-OHNE-GRENZEN.DE
SPENDENKONTO: 97097 / SPARKASSE BONN / BLZ 380 500 00


nach oben

--

< zurück --vorwärts > ↑ nach oben

"Wirklichkeit der Entwicklungshilfe" | USA wollen Privatisierung der Bildung weltweit!