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Angola: Reiche Fischbeute für Europa
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Trotz Hungersnot in Angola, reiche Fischbeute für Europa
WWF: EU-Fischereiabkommen mit Afrika gefährden Existenz der lokalen Bevölkerung
Nachdem die EU-Fischereiflotten die europäischen Gewässer leer gefischt haben, weichen sie auf Gewässer in Entwicklungsländer aus und gefährden damit die Existenz der lokalen Bevölkerung. Ein besonders dramatisches Beispiel ist das erst kürzlich abgeschlossene Fischereiabkommen mit Angola, einem Land, das von Hungersnot bedroht ist. Während die EU einerseits Soforthilfe für die hungernde Bevölkerung liefert, fischen hochsubventionierte EU-Flotten die Gewässer Angolas leer, um die europäischen Märkte mit Fisch zu versorgen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Bericht, den der WWF heute vorgestellt hat.
31 Millionen Euro zahlt die EU dafür, dass 60 EU-Schiffe zwei Jahre lang in Angolas Gewässern fischen dürfen. Schiffe aus Spanien, Frankreich und Portugal fangen hier insbesondere Tunfisch und Seehecht. Die Fangmengen sind unbegrenzt, nur für Shrimps wurde eine Höchstfangmenge festgelegt. Dabei wird immer mehr Fisch aus Angolas Gewässern entnommen: 2001 waren es um 37 Prozent mehr als 1999. Das EU-Fischereiabkommen sieht vor, dass 35 Prozent der EU-Gelder genutzt werden sollen, um lokale Fischereiprojekte zu unterstützen. Doch bislang ist unklar, wofür diese Gelder eingesetzt werden.
„Es ist ein Skandal, dass die EU Menschen in Angola vor dem Hungertod retten will und dabei selbst die Ressourcen dieses Landes für die eigenen Märkte ausbeutet“, kritisiert Heike Vesper vom WWF. „Die EU muss sicherstellen, dass ihre Flotten nicht länger rücksichtslos Gewässer in Entwicklungsländern ausbeuten.“ Der WWF fordert die EU-Fischereiminister auf, im Rahmen der derzeitigen Fischereireform die Verträge mit Entwicklungsländern auf eine faire und nachhaltige Basis zu stellen.
Die EU hat Fischereiabkommen mit 14 Ländern aus Afrika und dem Indischen Ozean, die eine Reihe von Problemen in diesen Ländern verursachen. Dazu gehören der Zusammenbruch vieler Fischbestände, die für viele Bewohner von Küstenregionen die Lebensgrundlage darstellen, keine fairen Preis für den gefangenen Fisch und die Behinderung der EU-Entwicklungshilfe durch eine falsche EU-Fischereipolitik.
WWF Deutschland Rebstöcker Straße 55 60326 Frankfurt Bremen, 8.10.02
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