 |
|
 |
 |
 |
 |
Folgeschäden nach Tankerunfall
|
|
|
„Prestige“: Untergang auf Raten WWF rechnet mit schweren Folgeschäden nach Tankerunfall vor spanischer Küste Frankfurt a.M./Madrid - Die verölten Vögel an der galicischen Küste sind nach Einschätzung des WWF nur erste Vorboten einer weit größeren Umweltkatastrophe. Der havarierte Tanker droht nach wie vor 120 Kilometer vor der galicischen Küste auseinanderzubrechen und mit rund 70.000 Tonnen Schweröl an Bord zu sinken. Inzwischen verliert das Schiff offenbar erneut Öl, ein weiterer Ölteppich wurde gesichtet.
Der WWF fordert, alles zu tun, um das Öl so schnell wie möglich abzupumpen, bevor die Prestige endgültig im Atlantik versinkt. „Nur weil das Schiff nicht mehr unmittelbar vor der Küste liegt, ist die Gefahr keinesfalls gebannt“, betont Heike Vesper, Meeresreferentin beim WWF Deutschland. Eine Tonne Öl reiche aus, um eine Wasserfläche so groß wie zehn Fußballfelder zu verschmutzen. „Schweröl verklumpt in Kontakt mit Wasser und sinkt früher oder später zu Boden. Die Gefahr für die nordspanischen Küsten sei damit keineswegs gebannt. „Je nach Wind und Strömung können riesige Mengen an die Strände gespült werden,“ so Heike Vesper.
Selbst wenn die Küste vor weiteren Ölteppichen verschont blieben, sei der Schaden für die Natur und die Fischer nicht wieder gut zu machen. Die Liste der vergifteten Tiere und Pflanzen ist lang. Sie reicht von Plankton über Fische und Muscheln bis hin zu Seevögeln und Meeressäugern. In veröltem Wasser stirbt vor allem der besonders empfindliche Fischlaich. Vögel wiederum erkennen die Gefahr oft nicht und tauchen bei der Nahrungssuche in den sicheren Tod. Denn das Öl verklebt das Gefieder, das daraufhin seine wasserabweisende Wirkung verliert. Die Vögel sterben entweder durch Stress und Unterkühlung oder sie ertrinken.
Der WWF betont, dass weitere Unfälle vorprogrammiert seien, wenn nicht endlich strenge international gültige Sicherheitsstandards verabschiedet und umgesetzt werden. Jeden Tag passieren hunderte von Schiffen mit gefährlicher Fracht die betroffene Region. Viele der Tanker sind sogar in noch schlechterem Zustand als die jetzt havarierte „Prestige“. „Es ist höchste Zeit, die schwimmenden Särge aus dem Verkehr zu ziehen“, fordert Heike Vesper . Zudem benötige man eine in der EU einheitlich organisierte Küstenwache, um sofortige Hilfsmaßnahmen koordinieren zu können.
WWF Deutschland Rebstöcker Straße 55 18.11.02
|
nach oben
--< zurück
•--vorwärts >
↑ nach oben
|
Tankerunfall in Spanien | Albtraum in Öl vor der iberischen Halbinsel
|
|