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Greenpeace-Aktion gegen uralten Oeltanker
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Greenpeace-Aktion gegen uralten Oeltanker "Byzantio" im Ostseehafen Tallin Tanker bedeutet hohes Risiko fuer deutsche Ostseekueste
Tallin/Estland, - Greenpeace-Aktivisten protestieren seit heute Nachmittag (29. 11. 2002) gegen die Weiterfahrt des Oeltankers Byzantio in der estnischen Hafenstadt Tallin. Das Schiff hat rund 55.000 Tonnen Oel geladen. Im Wasser vor dem Tanker befinden sich 12 Umweltschuetzer. Am Rumpf der Byzantio befestigten die Aktivisten ein Banner mit der Aufschrift "Hazard" (Gefahr). Eigner der gefaehrlichen Oelfracht ist erneut die Crown Resources AG. Die Schweizer Firma hatte auch den Anfang des Monats vor der Kueste Spaniens gesunkenen Oeltanker Prestige gechartert.
Die unter maltesischer Flagge fahrende Byzantio soll mit ihrer Oelfracht die Ost- und Nordsee passieren und dann an der spanischen Kueste vorbei nach Singapur weiterfahren. In der Ostsee muss der Tanker auch die besonders gefaehrliche Kadetrinne zwischen der deutschen Halbinsel Darss und der daenischen Insel Falster durchqueren. Die Kadetrinne ist eine der am staerksten befahrenen Schifffahrtsrouten in Europa ohne Lotsenpflicht. "Wenn der Tanker hier einen Unfall hat, dann ist die deutsche Kueste von Luebeck ueber Rostock und Ruegen bis nach Usedom schwarz", sagt Greenpeace- Schifffahrtsexperte Christian Bussau.
Deutschland ist zur Zeit nicht in der Lage, einen solchen Oelunfall wirksam zu bekaempfen. So gibt es keinen einzigen Sicherheitshafen, der einen havarierten Tanker aufnehmen koennte. Zudem fehlen Spezialschiffe, die bei grossen Unfaellen helfen koennten, wie beispielsweise bei einem Zusammenstoss zwischen einem Tanker und einer Faehre.
Bussau fordert deswegen: "Wir brauchen in ganz Europa entlang der Tankerrouten in regelmaessigen Abstaenden Sicherheitshaefen, in die man verunglueckte Schiffe bringen kann. Alle Tanker muessen aus dem Verkehr gezogen werden, die aelter sind als 20 Jahre und nur eine Huelle haben." Mit der Sicherheit von Schiffen wird sich auch die Europaeische Union waehrend des Treffens des Europaeischen Rats Anfang Dezember in Kopenhagen beschaeftigen. "Europa hat jetzt die Chance fuer mehr Sicherheit bei Oeltankern zu sorgen. Die EU muss erreichen, dass die uralte Tankerflotte dort landet, wo sie hingehoert, auf dem Schrottplatz", sagt Bussau.
Rund 50 Prozent (3620 Schiffe) der weltweiten Tankerflotte sind aelter als 25 Jahre und haben nur eine Schiffshuelle. Die IMO (International Maritime Organisation) will Tanker mit nur einer Huelle noch bis zum Jahr 2015 erlauben. Erst danach soll es ein generelles Verbot fuer diese Schiffe geben.
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_______________________________________________ Presse-ger mailing list 29. November 2002
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