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ISSN 1610-0611
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Greenpeace verfolgt Schrott-Tanker "Byzantio"

Rotterdam: Greenpeace verfolgt Schrott-Tanker "Byzantio"
In Galicien bedrohen Oelteppiche einzigartiges Naturreservat

Rotterdam/Hamburg, - 15 Greenpeace-Aktivisten
protestieren heute erneut gegen die Gefaehrdung der Meere durch
den Uralt-Tanker "Byzantio". Im Hafen von Rotterdam kletterten
einige der Umweltschuetzer auf das 26 Jahre alte Schiff und
brachten dort ein Banner an mit der Aufschrift "Hazard" (Gefahr).
Von Schlauchbooten aus malten andere die gleiche Warnung auf die
Bordwand, um das Schiff als schwimmende Zeitbombe zu
kennzeichnen.

Die "Byzantio" transportiert 53.000 Tonnen Oel und ist aehnlich
altersschwach wie die "Prestige", die am 19. November vor der
nordwestspanischen Kueste sank und deren giftige Schweroel-Fracht
nun Straende und Felsen auf ueber 600 Kilometer Laenge verseucht.
"Will man eine Katastrophe wie in Galicien verhindern, muessen
diese schwimmenden Schrotthaufen von den Meeren verschwinden",
sagt Thilo Maack, Greenpeace-Meeresexperte, der gerade aus
Spanien zurueck gekehrt ist.

An der galicischen Kueste verschaerft sich waehrenddessen die
Situation durch neue Oelteppiche. Nun bedroht das Oel auch das
Naturreservat Corrubedo, in dem jedes Jahr Zehntausende Zugvoegel
aus Kanada, Nordeuropa und Nordsibirien ueberwintern. Der dort
rastende Balearische Papageientaucher und die Iberische
Trottellumme sind durch die Oelpest vom Aussterben bedroht.
Gefaehrdet sind zudem Meeresvoegel wie Weisskopfmoewen,
Basstoelpel, Lummen und Alken. Helfer haben Barrieren aus Sand
errichtet, um die Ufer des Naturreservats zu schuetzen.

Am Donnerstag beginnt das Treffen der europaeischen
Verkehrsminister in Bruessel. "Da muessen Naegel mit Koepfen
gemacht werden", so Maack. "Die
EU-Vorschriften zur Schiffssicherheit sollten an das Niveau der
USA angeglichen werden." In den USA muessen alle Tanker seit der
Oeltankerkatastrophe durch die "Exxon Valdez" eine doppelte
Huelle haben und werden zudem von Notfallschleppern begleitet.
Die Reeder haften dort fuer die von ihnen verursachten
Umweltschaeden und es drohen drastische Strafen, wenn
Vorschriften nicht eingehalten werden.

Greenpeace fordert fuer den Fall einer Tankerhavarie volle und
uneingeschraenkte Haftung der Eigner, Charterer und Betreiber von
Tankschiffen und von allen Eigentuemern der Ladungen. Ausserdem
verlangt die Umweltorganisation, dass die EU sofort den Einsatz
von Tankschiffen mit nur einer Rumpf-Huelle verbietet, die aelter
als 20 Jahre sind. Schiffsrouten duerfen nicht mehr durch
oekologisch sensible Gebiete verlaufen.

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greenpeace.org
4. Dezember 2002


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