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ISSN 1610-0611
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Illegaler GenMais soll nur Formfehler gewesen sein


Gen-Konzern Syngenta will seine Verantwortung loswerden
Illegaler Gen-Mais soll nur Formfehler gewesen sein

Greenpeace wirft dem Schweizer Saatgut-Konzern
Syngenta vor, sich mit falschen Anschuldigungen aus der Affaere um die
illegalen Gen-Maisfelder in Hessen zu ziehen. In einer heute
veroeffentlichten Presseerklaerung versucht die Firma ihren illegal
angebauten Gen-Mais als Formfehler abzutun, den angeblich der
betroffene Landwirt begangen haben soll: Der "formale Fehler" bestehe
darin, dass der Landwirt "den Anbau nicht mitgeteilt" habe.
Tatsaechlich muss aber Syngenta verfolgen, wo ihre Gen-Saat angebaut
wird. Greenpeace deckte diesen Sommer vier illegale Aecker mit dem
Gen-Mais Bt-176 bei Woelfersheim/Hessen auf und fordert von Syngenta,
fuer die Vernichtung der Ernte zu sorgen.

"Bisher hat sich Syngenta standhaft geweigert, die Verantwortung fuer
ihre Gen-Saat zu uebernehmen. Statt dessen spielt der Konzern den
schwarzen Peter dem Landwirt zu", sagt Ulrike Brendel, Gentechnik
Expertin bei Greenpeace. "Jetzt will uns Syngenta weismachen, bei dem
illegalen Gen-Mais handele es sich um einen Formfehler. Das ist
absoluter Unsinn. Syngenta hat in Hessen gegen geltendes Recht
verstossen und muss dafuer gerade stehen."

Laut eines Bescheids des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) vom
Februar 2000 ist eindeutig die "Inhaberin der
Inverkehrbringensgenehmigung", in diesem Fall Syngenta, dafuer
verantwortlich, wo und unter welchen Bedingungen der Gen-Mais Bt-176
angebaut wird.

Syngenta wirft Greenpeace zudem vor, den illegal angebauten Gen-Mais
fuer eine "Angstkampagne zu missbrauchen". Jedoch hat nicht
Greenpeace, sondern das Bundesgesundheitsministerium ein Ruhen der
Genehmigung fuer den Bt-176 Mais "im Interesse des Gesundheits- und
des Umweltschutzes" angeordnet. Auch Verbraucherverbaende und
Aerztevereinigungen warnen vor den Gefahren des Antibiotika-Resistenz-
Gens, das sich im Gen-Mais von Syngenta befindet.

"Anstatt fuer die Schuld gerade zu stehen und den Gen-Mais sofort zu
vernichten, versucht der Gen-Konzern sich auf billige Weise heraus zu
winden", erklaert Brendel. "Wer dann noch nach weniger Kontrollen fuer
seine Gen-Saaten ruft, verliert seine Glaubwuerdigkeit vollkommen."

Internet: www.greenpeace.de
8. Oktober 2002


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