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Konferenz zur Konvention über Feuchtgebiete
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Konferenz zur Konvention über Feuchtgebiete (Ramsar): Lieber Wasser für alle als goldene Wasserhähne WWF: Flüsse, Auen, Seen und Moore sind wichtige Grundwasserspeicher
Frankfurt,- Süßwasser ist eine der wichtigsten natürlichen Ressourcen. Bis zum 26. November verhandeln in Valencia, Spanien,133 Delegationen auf der achten Vertragsstaatenkonferenz der Ramsar Konvention zum Schutz von Feuchtgebieten über das kühle Nass. Der WWF befürchtet, dass die Schutzbestimmungen für Feuchtgebiete von vielen Unterzeichnerstaaten nur sehr stiefmütterlich behandelt werden. Insbesondere das Verhalten des Gastgeberlandes Spanien bereitet den Umweltschützern große Sorgen: Der so genannte Spanische Hydrologische Plan beinhaltet Pläne zum Bau von 117 Staudämmen, die Umleitung des Ebro sowie ein großes Pipelineprojekt, bei dem Wasserleitungen hunderte Kilometer über Land verlegt werden sollen. Dieses „Monsterprojekt“, das insgesamt etwa 24 Milliarden Euro kostet, soll von der EU mit finanziert werden und ist aus Sicht des WWF absolut unvereinbar mit den Richtlinien der Ramsar-Konvention. Unter dem wissenschaftlich geprägten Begriff „Feuchtgebiete” verstehen Experten verschiedene Landschaftstypen wie Auen, Moore, Seen und Gebirgsflüsse mit ihren Quellgebieten. Sie alle sind nicht nur wertvolle Lebensräume für Tiere und Pflanzen, sondern spielen auch eine wichtige Rolle als Nahrungsquelle und Grundwasserspeicher. Der WWF weist anlässlich der Ramsar-Konferenz darauf hin, dass in den vergangenen 100 Jahren die Hälfte der Feuchtgebiete auf der Welt zerstört wurden. 1,5 Millionen Menschen verfügen derzeit über keinen direkten Trinkwasserzugang. Wenn der Wasserverbrauch in seiner jetzigen Intensität anhält, werden 2025 schätzungsweise 3,5 Millionen Menschen fast die Hälfte der zukünftigen Weltbevölkerung in wasserarmen Flusseinzugsgebieten leben. „Wenn uns das Wasser ausgeht, nützen uns selbst goldene Wasserhähne nichts“, zeichnet Jamie Pittock, Direktor des WWF-Programms „Living Waters“, ein düsteres Zukunftsszenario. Der WWF fordert die Teilnehmer der Ramsar! -Konferenz dazu auf, bis 2010 die Fläche der ausgewiesenen Feuchtgebiete von derzeit rund 100 Millionen Hektar auf 250 Millionen Hektar zu vergrößern und ihre finanziellen Beiträge für Ramsar deutlich zu erhöhen. „Das ärmliche Ramsar-Budget von gerade mal zwei Millionen Dollar ist ein Witz, wenn man die Trinkwasserressourcen dieses Planeten wirklich bewahren will“, so Pittock weiter. Die Ramsar Konvention ist das einzige umweltbezogene Abkommen für Feuchtgebiete und wurde 1971 in der iranischen Stadt Ramsar unter anderem von Deutschland unterzeichnet. Das Abkommen trat 1975 in Kraft. Inzwischen haben 133 Staaten das Abkommen unterzeichnet. Die meisten durch das Ramsar- Abkommen geschützten Feuchtgebiete hat Großbritannien ausgewiesen. Deutschland steht mit 31 Gebieten auf dem elften Platz. Das größte Ramsar-Gebiet ist das Delta des Okawango-Flusses in Botswana mit über 6,8 Millionen Hektar einer Fläche von der Größe Bayerns. Manche Ramsar-Gebiete sind nur einen Hektar groß, zum Beispiel die Hosnie´s Quelle auf Christmas Island in Australien. 1229 Feuchtgebiete weltweit unterstehen derzeit dem Schutz des Abkommens. Zusammen erreichen sie eine Fläche von etwa 106 Millionen Hektar, das entspricht der Größe Portugals.
WWF Deutschland Rebstöcker Straße 55 60326 Frankfurt 19.11.02
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