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ISSN 1610-0611
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Montrealer Protokoll - Eine Erfolgsgeschichte

"Montrealer Protokoll - Eine Erfolgsgeschichte wird 15"

GTZ unterstützt im Auftrag der Bundesregierung die Ziele des Montrealer Protokolls / 115 Projekte in 35 Ländern
Eschborn, 12. September 2002. Die dünner werdende Ozonschicht gefährdet weltweit Menschen, Tiere, Pflanzen. Vor 15 Jahren, am 16. September 1987, taten sich 46 Staaten zusammen: Sie unterzeichneten das Montrealer Protokoll. Damit verpflichteten sie sich, aus der Herstellung und dem Verbrauch von ozonzerstörenden Stoffen, wie zum Beispiel Fluor-Chlor-Kohlenwasserstoffe (FCKW), auszusteigen. Mittlerweile haben über 180 Staaten die internationale Konvention unterzeichnet. Die meisten von ihnen sind Entwicklungs- und Transformationsländer. Mehr als 30 werden von der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) GmbH im Auftrag des Bundesentwicklungsministeriums (BMZ) dabei unterstützt, die Auflagen des Montrealer Protokolls zu erfüllen.
Beispiel Brasilien: Das südamerikanische Land verbraucht jährlich 5.000 Tonnen FCKW, die vor allem in Kälteanlagen eingesetzt werden. Doch 80 Prozent des aggressiven Gases entweichen aus undichten Kühlschränke und Klimaanlagen. Hier setzt die Beratung der GTZ an: "Im Laufe der nächsten drei Jahre wollen wir den Verlust von FCKW aus diesen Anlagen auf unter 30 Prozent senken", sagt Peter Störmer, Leiter des Projektes Proklima, das sich bei der GTZ für den Ozonschutz engagiert. "Durch Schulungen und Fortbildungen der Kältetechniker sorgen wir dafür, dass FCKW sicher entsorgt, aufgearbeitet oder durch alternative, umweltschonende Substanzen ersetzt wird." Trainer entwerfen Unterrichtsmaterialien, schulen im sachgemäßen Umgang mit den Stoffen, überprüfen das Gelernte und stellen Zertifikate für die Schulungsteilnehmer aus. Auch Zollinspektoren nehmen an Fortbildungen teil, damit sie FCKW und andere Ozonkiller an den Grenzen identifizieren und kontrollieren können. "Dadurch kommen solche gefährlichen Substanzen erst gar nicht ins Land hinein", so Störmer.
Beim FCKW-Ausstieg Brasiliens ziehen das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) und die brasilianische Regierung mit GTZ-Proklima an einem Strang. Die deutsche Maßnahme wird mit 4,2 Millionen US-Dollar finanziert. Die Gelder kommen aus dem Multilateralen Fonds, der Anfang der 90er Jahre von Industrieländern eingerichtet wurde und seither fortlaufend gespeist wird, um den Entwicklungsländern die Mehrkosten zu erstatten, die bei der Umstellung auf umweltfreundlichere Alternativen entstehen. Der deutsche Anteil am 1,3 Milliarden US-Dollar schweren Fonds liegt bei elf Prozent. Davon können 20 Prozent für bilaterale Projekte, wie das in Brasilien, eingesetzt werden. "In diesem Jahr haben wir 31 Projektvorschläge an den Fonds eingereicht - sie alle wurden genehmigt", freut sich Peter Störmer. Die GTZ ist im Auftrag der Bundesregierung mit 115 Projekten und einem Finanzvolumen von 22,5 Millionen Euro weltweit für den Ozonschutz aktiv. Deutschland gehört damit zu den bedeutendsten Partnern des Multilateralen Fonds.
Die GTZ ist ein weltweit tätiges Bundesunternehmen für internationale Zusammenarbeit. In 130 Ländern realisieren mehr als 10.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter rund 2700 Entwicklungsprojekte und -programme, vornehmlich im Auftrag der deutschen Bundesregierung. GTZ-Proklima ist eines von fünf sogenannten Konventionsvorhaben, mit denen die GTZ Entwicklungsländer dabei unterstützt, die Auflagen von internationalen Konventionen zu erfüllen. Siehe auch: http:// www.gtz.de/proklima/

Die Ozonschicht
Die Ozonschicht liegt in der Stratosphäre, ca.15-35 Kilometer über der Erde und schützt die Lebewesen der Erde von gefährlichen UV-B Strahlungen. Durch den weltweiten Konsum von ozonzerstörenden Substanzen - wie Fluor-Chlor-Kohlenwasserstoffe (FCKW), Methylbromid, einem in der Landwirtschaft eingesetzten Pestizid, und Halone, die beim Brandschutz Verwendung finden - wurde dieses Schutzschild erheblich geschädigt. Die UV-B Strahlen der Sonne dringen verstärkt auf die Erde ein und verursachen Veränderungen im Ökosystem. Dazu gehören Haut- und Augenkrankheiten beim Menschen aber auch genetische Defekte bei marinen Lebewesen und Kulturpflanzen.



Jörg Hilger
GTZ-Unternehmenskommunikation
Interne und Externe Kommunikation


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