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Ökologischer Kakaoanbau in Nicaragua
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„Quadratisch. Praktisch. Ökologisch!“
GTZ und Alfred Ritter GmbH fördern ökologischen Kakaoanbau in Nicaragua
Die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) und der Schokoladenhersteller Ritter fördern gemeinsam in der Region Waslala in Nicaragua den ökologischen Kakaoanbau. In dem neuen Public Private Partnership Projekt (PPP) mit einem Gesamtvolumen von 380 Tausend Euro sollen rund 400 Kleinbauern für zertifizierten ökologischen Kakao-Anbau geschult werden. Zudem sollen sie in die bestehende Vermarktungskooperative CACAONICA integriert werden. Die GTZ finanziert die Beratung und Schulung der Ausbilder und Kleinbauern in Anbautechniken sowie der Kooperative in Organisations-, Management-, Qualitäts- und Vermarktungsfragen. Die praktische Umsetzung der Schulungen erfolgt durch die lokale Nichtregierungs-Organisation „Pro Mundo Humano“. Sie berät bereits seit einigen Jahren im Auftrag von Ritter Kleinbauern im Anbau und in der Vermarktung von Öko-Kakao. „Die Qualität ist vielversprechend“, kommentiert Thomas Seeger, Pressesprecher von Ritter, die Ergebnisse der ersten Proben.
„Mit diesem Projekt schlagen wir gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe,“ sagt Johannes Spitta, zuständiger Projekt-Manager im PPP-Büro der GTZ. „Durch die Umstellung auf ökologischen Anbau erschließen sich den teilweise sehr verarmten Kleinbauern neue und sichere Einkommensquellen, gleichzeitig wird die Umwelt geschont und der Boden sogar verbessert – und dies in einem Biosphärenreservat der UN“, so Spitta. Mit konventionellem Kakao-Anbau können die Menschen in der Region ihren Lebensunterhalt längst nicht mehr sichern, und die Anbauprobleme nehmen zu. Hingegen sind durch den Export von Öko-Kakao Verkaufserlöse möglich, die weit über dem Niveau des Weltmarktpreises für konventionell produzierten Kakao liegen. Und einen Abnehmer haben die Bauern sicher: Die Alfred Ritter GmbH nimmt eine jährlich festgelegte Menge des hochwertigen Öko-Kakaos ab und zahlt einen angemessenen Preisaufschlag. „Ritter könnte daraus eines Tages eine eigene Bio-Schokolade erzeugen“, sagt Thomas Seeger. Laut Spitta werden den Bauern „darüber hinaus auch alternative Absatzwege eröffnet, damit keine Abhängigkeiten entstehen“.
Ein positiver Nebeneffekt: Um in der Region Waslala, die Teil des UN-Biosphärenreservates BOSAWAS ist, die natürliche Vielfalt zu erhalten, sind sowohl eine angepasste Bewirtschaftung als auch Maßnahmen zur Wiederaufforstung erforderlich. Der ökologische Kakaoanbau trägt dazu bei, indem er beispielsweise eine Austrockung und Erosion des Bodens verhindert.
„Quadratisch. Praktisch. Gut.“ ist seit drei Jahrzehnten der Werbeslogan von Ritter Sport. „Es gäbe gute Gründe, dem ein ‚Ökologisch’ hinzuzufügen, denn Engagement für die Umwelt zieht sich wie ein roter Faden durch unsere Firmengeschichte“, sagt Thomas Seeger. Langfristig soll sich der Öko-Kakao mittels einer durch das Umweltministerium vergebenen Herkunftszertifizierung „Aus dem Biosphärenreservat“ Nischen auf dem nationalen und internationalen Markt erobern. Das wäre dann eine Weltneuheit.
Die GTZ ist ein weltweit tätiges Bundesunternehmen für internationale Zusammenarbeit. Seit mehr als drei Jahren unterstützt die GTZ im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) erfolgreich Entwicklungspartnerschaften mit der Wirtschaft, auch Public Private Partnerships (PPP) genannt. Rund 240 PPP-Projekte mit deutschen Unternehmen und Institutionen wurden bisher realisiert.
Redaktion: Jörg Hilger gtz.de Eschborn, 21. Oktober 2002.
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