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Papier Union Geschäfte mit Raubbaukonzern
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Papier Union hält am Geschäft mit Raubbaukonzern fest ROBIN WOOD legt neue Beweise dafür vor, dass Lieferanten von Papier Union in Indonesien illegal eingeschlagenes Holz beziehen
Gut zwei Wochen nach der Protestaktion von ROBIN WOOD vor der Hauptverwaltung von Papier Union in Hamburg hat das Unternehmen erklärt, weiterhin Produkte des Konzerns APRIL aus Indonesien zu beziehen, der auf Sumatra den tropischen Regenwald zerstört. Lediglich auf Papier des ebenso umstrittenen Konzerns APP will Papier Union verzichten. Das Unternehmen hatte erst auf Druck von ROBIN WOOD eingeräumt, APP-Papier zu führen. Mit einem Jahresumsatz von 550 Millionen Euro ist Papier Union eine Branchengröße in Deutschland. Zu seinen Kunden zählen Großunternehmen, Verlage und Einzelhändler.
ROBIN WOOD fordert Papier Union heute erneut auf, keine Geschäfte mit Unternehmen zu machen, die für die Tropenwaldzerstörung mitverantwortlich sind. Außerdem soll sich Arndt Klippgen, der geschäftsführende Vorstand von Papier Union, in seiner Eigenschaft als Präsidiumsmitglied des Bundesverbandes des Deutschen Papiergroßhandels dafür einsetzen, dass Papier aus Raubbau auch von anderen Mitgliedsunternehmen nicht mehr eingekauft wird.
Als Reaktion auf die Proteste hat Papier Union bislang lediglich Firmenmaterial von APRIL vorgelegt. Dieses Material entkräftet die Vorwürfe nicht. "Fest steht nach wie vor, dass APRIL 240.000 Hektar Tropenwald zerstört hat und in den kommenden Jahren noch mal mindestens 150.000 Hektar roden will, um sie in eine ökologische Wüste von Akazien-Monokulturen zu verwandeln," erklärt ROBIN WOOD-Tropenwaldexperte Jens Wieting. Noch immer bezieht APRIL drei Viertel seines Rohstoffs unmittelbar aus der Zerstörung des Tropenwalds, um seine Zellstoff- und Papierfabrik auszulasten. Nach Angaben der Weltbank wird es schon im Jahr 2005 keinen Tieflandregenwald auf Sumatra mehr geben. Wegen der dramatischen Waldzerstörung versucht inzwischen selbst der indonesische Forstminister gegen den Widerstand der Papier- und Zellstoffindustrie ein Moratorium für den Holzeinschlag in den verbliebenen natürlichen Wäldern durchzusetzen.
ROBIN WOOD liegen jetzt neue Beweise des WWF Indonesien vor, die zeigen, dass sowohl APP als auch APRIL Holz illegaler Herkunft aus dem Gebiet Tesso Nilo beziehen. Aus den detaillierten Aufzeichnungen über Beobachtungen vor Ort geht hervor, dass illegal operierende Trupps geschlagenes Holz per Lastwagen in die Fabriken transportieren. Tesso Nilo zählt zu den Gebieten mit der größten Pflanzenvielfalt, die jemals in Wäldern gefunden wurde. Außerdem hat der WWF Tesso Nilo als Schutzgebiet für die Rettung der Sumatra-Elefanten vorgeschlagen.
"Es ist nicht akzeptabel, dass die natürlichen Schatzkammern der Erde für Papier geplündert werden", so Jens Wieting. "Wir wollen erreichen, dass der Papierhandel in Deutschland endlich umdenkt und nicht länger mit Raubbau-Produkten Geschäfte macht."
Hamburg, den 18. Dezember 2002
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