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ISSN 1610-0611
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Papier Union Geschäfte mit Raubbaukonzern

Papier Union hält am Geschäft mit Raubbaukonzern fest
ROBIN WOOD legt neue Beweise dafür vor, dass Lieferanten von Papier Union in
Indonesien illegal eingeschlagenes Holz beziehen

Gut zwei Wochen nach der Protestaktion von ROBIN WOOD vor der
Hauptverwaltung von Papier Union in Hamburg hat das Unternehmen erklärt,
weiterhin Produkte des Konzerns APRIL aus Indonesien zu beziehen, der auf
Sumatra den tropischen Regenwald zerstört. Lediglich auf Papier des ebenso
umstrittenen Konzerns APP will Papier Union verzichten. Das Unternehmen
hatte erst auf Druck von ROBIN WOOD eingeräumt, APP-Papier zu führen. Mit
einem Jahresumsatz von 550 Millionen Euro ist Papier Union eine
Branchengröße in Deutschland. Zu seinen Kunden zählen Großunternehmen,
Verlage und Einzelhändler.

ROBIN WOOD fordert Papier Union heute erneut auf, keine Geschäfte mit
Unternehmen zu machen, die für die Tropenwaldzerstörung mitverantwortlich
sind. Außerdem soll sich Arndt Klippgen, der geschäftsführende Vorstand von
Papier Union, in seiner Eigenschaft als Präsidiumsmitglied des
Bundesverbandes des Deutschen Papiergroßhandels dafür einsetzen, dass Papier
aus Raubbau auch von anderen Mitgliedsunternehmen nicht mehr eingekauft
wird.

Als Reaktion auf die Proteste hat Papier Union bislang lediglich
Firmenmaterial von APRIL vorgelegt. Dieses Material entkräftet die Vorwürfe
nicht. "Fest steht nach wie vor, dass APRIL 240.000 Hektar Tropenwald
zerstört hat und in den kommenden Jahren noch mal mindestens 150.000 Hektar
roden will, um sie in eine ökologische Wüste von Akazien-Monokulturen zu
verwandeln," erklärt ROBIN WOOD-Tropenwaldexperte Jens Wieting. Noch immer
bezieht APRIL drei Viertel seines Rohstoffs unmittelbar aus der Zerstörung
des Tropenwalds, um seine Zellstoff- und Papierfabrik auszulasten. Nach
Angaben der Weltbank wird es schon im Jahr 2005 keinen Tieflandregenwald auf
Sumatra mehr geben. Wegen der dramatischen Waldzerstörung versucht
inzwischen selbst der indonesische Forstminister gegen den Widerstand der
Papier- und Zellstoffindustrie ein Moratorium für den Holzeinschlag in den
verbliebenen natürlichen Wäldern durchzusetzen.

ROBIN WOOD liegen jetzt neue Beweise des WWF Indonesien vor, die zeigen,
dass sowohl APP als auch APRIL Holz illegaler Herkunft aus dem Gebiet Tesso
Nilo beziehen. Aus den detaillierten Aufzeichnungen über Beobachtungen vor
Ort geht hervor, dass illegal operierende Trupps geschlagenes Holz per
Lastwagen in die Fabriken transportieren. Tesso Nilo zählt zu den Gebieten
mit der größten Pflanzenvielfalt, die jemals in Wäldern gefunden wurde.
Außerdem hat der WWF Tesso Nilo als Schutzgebiet für die Rettung der
Sumatra-Elefanten vorgeschlagen.

"Es ist nicht akzeptabel, dass die natürlichen Schatzkammern der Erde für
Papier geplündert werden", so Jens Wieting. "Wir wollen erreichen, dass der
Papierhandel in Deutschland endlich umdenkt und nicht länger mit
Raubbau-Produkten Geschäfte macht."


Hamburg, den 18. Dezember 2002


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