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Russischer Kalevalski-Urwald wird Nationalpark

Erfolg fuer den Urwaldschutz nach achtjaehrige Greenpeace-Kampagne

Hamburg, 22. 8. 2002 - Greenpeace begruesst die offizielle Entscheidung, den Kalevalski-Urwald an der finnisch-russischen Grenze zum Nationalpark zu erklaeren, als wichtigen Schritt zum Schutz der letzten europaeischen Urwaelder. Wie Greenpeace gestern erfuhr, hat Sergey Katanandov, der Gouverneur der russischen Republik Karelien, den Beschluss unterzeichnet und damit die entsprechende Entscheidung der karelischen Regierung von Anfang August bestaetigt. Der Kalevalski-Nationalpark wird das dritte grosse Urwaldschutzgebiet in Karelien. Greenpeace hat sich seit acht Jahren fuer den Schutz der Waldregion eingesetzt. "Die Einrichtung des neuen Nationalparks ist ein Riesenerfolg fuer die Umweltbewegung in Russland", sagt Oliver Salge, Waldexperte von Greenpeace. "Nun zeigt sich, wie lohnend das langfristige Engagement fuer den russischen Urwald ist. Jetzt muss die russische Regierung den Entschluss fuer den Nationalpark schnell umsetzen."

Bis 1996 bezogen die finnischen Papierkonzerne Enso (heute Stora Enso) und UPM Kymmene Rohholz aus dem Kalevalski-Urwald, das in Finnland zu Zellstoff und Papier auch fuer den deutschen Markt verarbeitet wurde. Nach einer Greenpeace-Kampagne zum Schutz der Urwaelder Kareliens beendeten Enso und UPM Kymmene den Holzeinschlag und unterzeichneten ein Einschlags-Moratorium fuer die Urwaelder an der Grenze. Gemeinsam mit anderen Umweltschutzgruppen schlug Greenpeace daraufhin die Einrichtung des Nationalparks auf einer Flaeche von 96.000 Hektar vor. Am 5. August dieses Jahres beschloss die Regierung Kareliens die Einrichtung des Nationalparks auf einer Flaeche von 74.400 Hektar. Diese Flaeche - sie entspricht der dreifachen Groesse des Nationalparks Bayerischer Wald - umschliesst die wichtigsten Gebiete des Urwalds.

Das Gebiet des geplanten Kalevalski-Nationalparks ist fuer den Erhalt der Artenvielfalt im Norden Europas sehr wichtig: Arten, denen andere europaeische Laender keinen Lebensraum mehr bieten, finden dort ein Rueckzugsgebiet: Grosse Tiere wie Braunbaeren, Woelfe und Luchse zaehlen dazu, aber auch kleinere Tiere wie Flughoernchen, Dreizehenspecht und Uhu benoetigen unberuehrte Baumbestaende. Mit seinen vorgeschlagenen 74.400 Hektar wird der Nationalpark neben den Schutzgebieten des Paanaiarvi Nationalparkes und des Kostomukscha Schutzgebietes der dritte grosse Urwald in Karelien, aus dem die Motorsaegen fuer immer verbannt wuerden.

Greenpeace fordert, dass die Regierungen auf dem UN-Weltgipfel fuer nachhaltige Entwicklung in Johannesburg, der am Montag beginnt, verbindliche Abkommen zum Schutz der letzten Urwaelder beschliessen. Zunaechst muss der Einschlag in den Urwaeldern gestoppt werden, damit langfristige Schutzkonzepte entwickelt werden koennen. "Die Waelder koennen nur dann wirksam geschuetzt werden, wenn sie auch weiterhin eine Einkommensquelle sind", sagt Salge. Das bedeutet, weite Teile des Urwalds aus der industriellen Nutzung herauszunehmen und andere Gebiete nachhaltig zu bewirtschaften.

Waldexperte Oliver Salge,
Internet:
www.greenpeace.de/urwald.

Greenpeace Pressestelle
Greenpeace e.V.
Große Elbstr. 39
22767 Hamburg


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