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Tankerunfall in Spanien
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Tankerunfall in Spanien
Frankfurt a. M./ Madrid: Vor der nordspanischen Küste ist ein Tanker in Seenot geraten und Leck geschlagen. Es wurde bereits ein fünf Meilen großer Ölteppich gemeldet. Nach Rettung der Besatzung verhindert schlechtes Wetter bislang ein Abpumpen des Öls. Für den WWF verdeutlicht die Havarie erneut die Schwächen im europäischen Meeresschutz. “Wir benötigen eine leistungsfähige europäische Küstenwache und eine umfassende europäische Gesetzgebung für mehr Sicherheit auf den Meeren,” betont Dr. Hans-Ulrich Rösner vom WWF. Der Experte für Meeresschutz fordert mehr leistungsfähige Schlepper, die in Notfällen umgehend eingreifen können. Hier habe Europa noch erheblichen Nachholbedarf.
Der 26 Jahre alte Tanker “Prestige” fuhr unter der Flagge der Bahamas und war auf dem Weg von Riga nach Gibraltar. Das Schiff hatte 77.000 Tonnen Diesel oder Schweröl geladen und geriet am Dienstag in schwerem Sturm in Seenot. Die 23köpfige Besatzung aus Griechen, Rumänen und Filipinos konnte mit Hubschraubern gerettet werden. “Der Unfall ist typisch für die mangelnde Schiffssicherheit. Auf hoher See zählt nur eins: der höchst mögliche Gewinn. Bunt zusammengewürfelte, schlecht bezahlte Mannschaften, alte Schiffe in schlechtem Standard sind immer wieder die Ursache von Ölkatastrophen,” so Hans-Ulrich Rösner. In Nordspanien kam es bereits 1975 und 1992 zu schweren Ölunfällen. Das betroffene Küstengebiet ist ein wertvolles Fischereigebiet, das wirtschaftlich für die kleinen Fischer überlebenswichtig ist. In der Region lebt rund die Hälfte der Bevölkerung vom Fischfang. Sie fischen Sardinen, Makrelen und vor allem Muscheln, für die sie gerade jetzt in der Vorweihnachtszeit die! höchsten Preise bekommen würden. Der WWF Spanien setzt sich seit Jahren vergeblich für einen besseren Schutz der galicischen Küste ein. Die EU habe nach den bisherigen Schiffskatastrophen -zuletzt der “Erika” vor Frankreich - zwar wiederholt einige Initiativen zur Verbesserung der Schiffssicherheit gestartet, doch bislang verzettele man sich in Einzelinitiativen. Für den WWF haben die USA hier vorbildlich gehandelt. Nach der schweren Tankerkatastrophe der Exxon Valdez vor Alaska hat man 1990 für die gesamte USA ein umfassendes Gesetzeswerk mit hohen Sicherheitsstandards verabschiedet. “Der Unfall in Spanien macht entsprechende gesetzliche Regelungen für die Schifffahrt zwingend. Wir können es uns nicht mehr leisten, aus Fehlern zu lernen. Solche Fehler dürfen einfach nicht mehr passieren!”, fordert Hans-Ulrich Rösner vom WWF.
WWF Deutschland Rebstöcker Straße 55 60326 Frankfurt 14.11.2002: Tankerunfall in Spanien
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