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ISSN 1610-0611
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Wie man Waljaegern ein Schnippchen schlaegt

18. Juli 2002
Wale im Ruhrpott
Im Dortmunder Sea Life zeigt Greenpeace, wie man Waljaegern ein Schnippchen schlaegt

Dortmund, 18. Juli 2002 - Wie retten Greenpeace-Aktivisten Wale? Sie steuern ihr Schlauchboot zwischen den fliehenden Wal und die Harpune der Waljaeger. Ein mutiges und spektakulaeres Manoever: als menschliche Schutzschilder haben Aktivisten unzaehlige Wale vor dem sicheren Harpunentod bewahrt. Aber wie findet man die Wale und ihre Jaeger in den Weltmeeren? Welche Logistik und Technik steckt dahinter? Und wie sieht es auf der Bruecke eines echten Greenpeace-Schiffes aus? Besucher
des heute eroeffneten Sea Life-Centers in Dortmund erhalten einmalige Einblicke in die Kampagnenarbeit von Greenpeace zum Schutz der bedrohten Meeresriesen. In der "Action Area" des Sea Life koennen sie einen realitaetsnahen Greenpeace-Einsatz gegen Waljaeger erleben und sich ueber die Hintergruende der japanischen und norwegischen Waljagd informieren.

Die Besucher tauchen aus der Unterwasserwelt der Aquarien in eine authentisch wirkende "Greenpeace-Welt" ein. In zwei Raeumen wurde die Bruecke der "MV Greenpeace" mit Steuerrad, Armaturen und Funkgeraet originalgetreu rekonstruiert. Die Mannschaft - von Greenpeace geschulte Sea Life-Mitarbeiter - ist alarmiert: eine Aktion gegen die japanische Walfangflotte steht bevor. Einige Besucher werden aktiv in das Geschehen einbezogen, andere koennen den Einsatz auf Monitoren und mit Seekarten der Walfanggebiete verfolgen. Nach der Aktion erhaelt jeder Teilnehmer eine Urkunde ueber einen erfolgreich absolvierten "Aktivisten-Grundkurs".

"Die Arbeit von Greenpeace soll durch aktives Erleben nachfuehlbar und verstaendlich gemacht werden", sagt Thomas Luetkebohle, Meeresexperte von Greenpeace in Dortmund. "Nur mit einer gut informierten Oeffentlichkeit koennen wir weiterhin Druck auf die Walfanglaender Japan und Norwegen ausueben." Die japanische Walfangflotte ist trotz des internationalen Walfang-Verbotes Ende Juni ausgelaufen, um 260 Wale zu toeten. Darunter nicht nur Zwergwale, Pottwale und Brydewale, sondern auch die vom Aussterben bedrohten Seiwale. Die norwegische Regierung hat ungeachtet des internationalen Handelsverbotes mit Walprodukten bereits im vergangenen Jahr beschlossen, Walfleisch zu exportiert. Am Montag dieser Woche sind die ersten acht Tonnen mit Fleisch und Tran von Zwergwalen nach Island verschifft worden. Bedroht werden die Meeressaeuger auch durch industriellen Fischfang, Klimawandel und die schleichende Vergiftung der Weltmeere.

Mit der interaktiven Wale-Ausstellung in Dortmund setzt Greenpeace seine 5-jaehrige, erfolgreiche Zusammenarbeit mit den deutschen Sea Life-Centern fort. In Sonderausstellungen thematisiert Greenpeace immer wieder die Konsequenzen von menschlichen Eingriffen in Flora und Fauna der Meere. So war in den Sea Life- Centern in Timmendorf und Konstanz bereits die Fischerei-Ausstellung "Leere Meere" zu sehen. Bis Maerz 2005 zeigt Greenpeace in Konstanz die Hai-Ausstellung "Gejagte Jaeger".


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