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ISSN 1610-0611
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Hamburger Geschichtswerkstätten

Die Hamburger Geschichtswerkstätten begrüßen die Entscheidung, die ursprünglich geplante Streichung der Förderung der 14 Stadtteilarchive und Geschichtswerkstätten zurückzunehmen und den Bedarf an Personal- und Programm-Mitteln grundsätzlich anzuerkennen. Die Erhöhung der 133.000 € um 267.000 € auf nun 400.000 € sind ein wichtiger Zwischenschritt. Jedoch bedeutet die Reduzierung der Förderung um mehr als 25% weiterhin eine gravierende Gefährdung der Existenz dieser bürgernahen Stadtteileinrichtungen. Daher kann diese Entscheidung nur Ausgangspunkt für weitere Verhandlungen sein, um ihre anerkannt gute Arbeit voll zu gewährleisten.

Angesichts der aktuell verkündeten Kürzung sind insbesondere folgende
wichtige Aufgabenbereiche der Geschichtswerkstätten nicht mehr gesichert :

- Die Unterhaltung, Betreuung und öffentliche Erschließung der angeschlossenen kleinen Museen, Gedenkstätten und Ausstellungsräume u.a. in Eppendorf, Fuhlsbüttel, Hamm, Ottensen und Eimsbüttel.

- Programme für Schulen und Angebote für außerschulisches Lernen

- Unentgeltliche Leistungen für Hamburger Behörden, öffentliche Einrichtungen und Gremien u.a. im Bereich Ausstellungserstellung, Dokumentation, Recherche, Beratung und Mitwirkung bei Planungen und Stadtteilentwicklungsprozessen

- Öffentlichkeitsarbeit und Publikationen

- Internationaler Stadtteilaustausch

- Bisheriger Umfang der Öffnungszeiten und des Bürgerservice

- Umfang der sachgebotenen Pflege und fachlichen Aufbereitung der Stadtteilarchivalien

Die nach der Neufassung der Globalrichtlinie für Stadtteilkultur zuständigen Bezirke können vielfach aufgrund ihrer knappen Haushalte den bedeutenden Fehlbetrag von 139 000 Euro nicht aufbringen. Die Last des Fehlbetrags den Bezirken aufzubürden hieße unter Umständen anderen wichtigen stadtteilbezogenen Aufgaben Mittel zu entziehen, womöglich dem bereits unterfinanzierten Bereich Stadtteilkultur. Ziel muss aber sein, die Arbeit dieser Stadtteileinrichtungen über 2004 hinaus seriös zu sichern. Die Geschichtswerkstätten selbst wurden bisher in keiner Weise in die Ausarbeitung der Globalrichtlinie einbezogen.

Die weitere Kürzung des Etats ab 2005 entbehrt jeder Begründung. Die Geschichtswerkstätten leisten anerkannt gute und unverzichtbare Arbeit. Dies hat in beeindruckender Weise auch die große öffentliche und fachliche Resonanz für den Erhalt der Geschichtswerkstätten- Förderung gezeigt. Was ist ihre wichtige Arbeit in Zukunft noch wert?

Wir fragen:
Warum werden bei den rekordverdächtig sparsamen und bereits am Finanzlimit arbeitenden Geschichtswerkstätten angesichts eines um 15 Mio. Euro steigenden Kulturhaushalt dramatische Kürzungen vorgenommen? Ein drastischer, kaum tragbarer Sparbeitrag wurde von ihnen bereits seit 1994/95 abverlangt, indem sie keine Erhöhung der Mittel trotz allgemeiner Kostensteigerung erhielten.

Mit welcher Absicht bestraft der Senat hier gezielt jahrzehntelang geleistetes bürgerschaftliches Engagement? Denn in den Geschichtswerkstätten wirken gestützt auf die Arbeit des angestellten Fachpersonals - 7 Stellen, die 12 Personen in Teilzeit ausfüllen - 450 Menschen leisten jährlich über 30 000 Stunden ehrenamtliche Arbeit. (vgl. auch Faltblatt Kiek mol )

Warum gilt die Identität von Hamburgs Stadtteilen dem Senat der Stadt immer weniger?

Wir erinnern angesichts offener Fragen an die Erklärung der Kultursenatorin, keine Einrichtung müsse schließen.

Die Hamburger Geschichtswerkstätten bedanken sich zugleich bei den vielen Hamburgerinnen und Hamburgern, bei Institutionen in und außerhalb Hamburgs für ihre nachhaltige Unterstützung zum Erhalt von Hamburgs lebendigem Stadtteilgedächtnis.
Die Vielfalt des Angebotes der Hamburger Geschichtswerkstätten bleibt angesichts der Kürzungen weiterhin unsicher.

Das jetzige Ergebnis, das im Sinne einer Aufrechterhaltung bürgernaher und schulbezogener Aufgabenbereiche ist, erfordert nunmehr weitere Verhandlungen direkt mit den Geschichtswerkstätten. Wir schlagen die zügige Aufnahme der Verhandlungen über die noch ungelösten Punkte vor.


Die Hamburger Geschichtswerkstätten und Stadtteilarchive
Kultur- und Geschichtskontor Bergedorf, +
Tel.: 721 28 23,
Stadtteilarchiv Ottensen e.V.,
Tel.: 390 36 66,
Stadtteilarchiv Bramfeld e.V. , Tel.. 691 51 21
2.12.2003


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"Senat ignoriert Volkspetition"