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ISSN 1610-0611
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Verkehrspolitik muss Kinder schützen:

GAL fordert unfassende Strategie gegen Kinderunfälle

Die GAL-Fraktion fordert aus Anlass der heutigen Debatte in der Bürgerschaft über die Gefährdung von Kindern im Verkehr eine umfassende Strategie gegen Kinderunfälle in Hamburg. „Verkehrserziehung und kurzfristige Kampagnen allein reichen nicht aus. Auch Verkehrsplanung und konsequente Verkehrskontrolle müssen dazu beitragen, die Kinder vor den Gefahren des Verkehrs zu schützen“, erklärt der verkehrspolitische Sprecher der GAL-Fraktion Jörg Lühmann. „Der Senat zieht aus der hohen Zahl von Verkehrsunfallopfern unter Kindern leider keine Konsequenzen. Er gibt dem Autoverkehr in jedem Fall Vorfahrt und setzt auf Beschleunigung - durch Entpollerung, Grünen Pfeil und Heraufsetzung der Höchstgeschwindigkeit. Verkehrserziehung allein kann nicht ausgleichen, was der Senat auf der anderen Seite mit seiner Beschleunigungspolitik anrichtet.“

Das Risiko für Kinder, in Hamburgs Straßenverkehr zu verunglücken, liegt deutlich über dem Bundesdurchschnitt. Im Bundesdurchschnitt verunglücken ungefähr 340 von 100.000 Kindern im Straßenverkehr. Im letzten Jahr waren es in Hamburg 477, dieses Jahr liegen die Zahlen im Moment um 15 Prozent niedriger, die besonders unfallgefährliche Zeit mit rutschigen Straßen und schlechter Witterung steht aber noch bevor. Selbst bei einem Rückgang um 15 Prozent läge das Risiko in Hamburg noch über dem Risiko Berlins, wo der Bundesdurchschnitt eingehalten wird. „Der Rückgang ist ein Grund zur Freude, aber ausdrücklich kein Grund zur Entwarnung“, erklärt Lühmann. Wenn die momentan günstige Entwicklung auf die Kampagne „Mehr Rücksicht auf Kinder … kommt an“ zurückgeführt
wird, besteht Grund zur Befürchtung, dass diese sich bald abnutzt, wie
auch die Bundesanstalt für Straßenwesen den kurzfristig erzielbaren Erfolg von Kampagnen grundsätzlich warnend relativiert.

Kinder im Alter von 11-14 Jahren sind besonders gefährdet: Ihre Unfallzahlen schnellten von 2001 auf 2002 um 16 Prozent in die Höhe. Der Grund: Kinder dieser Altersgruppe fangen an, mit dem Fahrrad zu fahren. Denn es sind nicht nur Kinder, sondern ganz allgemein Personen, die zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs sind, besonders gefährdet. Die Hälfte aller getöteten Verkehrsopfer und sogar über die Hälfte der Schwerverletzten gingen zu Fuß, fuhren Rad oder Inline-Skates, obwohl ihr Anteil am Verkehr nur ungefähr ein Viertel beträgt.

Schon jetzt ist deutlich zu sehen ist, wie nicht mehr durch Poller geschützte Grünflächen, Fuß- und Radwege nun als Parkplätze missbraucht werden. Der Grüne Pfeil gefährdet FußgängerInnen und RadfahrerInnen. Tempo 60 auf Hauptverkehrsstraßen nutzt den AutofahrerInnen zwar wenig, da der dadurch erreichbare Zeitgewinn bei maximal drei Prozent liegt, wie wissenschaftlich bewiesen wurde. Im Gegenzug steigen jedoch Gefahr und Schwere von Unfällen überproportional. Lühmann: „Alle Appelle an das Verantwortungsbewusstsein der AutofahrerInnen, auf die der Senat nach eigenen Angaben setzt, können nichts nützen, wenn gleichzeitig das Gegenteil propagiert wird. Mit dem Abbau angeblicher Verkehrsschikanen, der Entpollerung, der Einführung des Grünen Pfeils und der Erhöhung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit werden AutofahrerInnen in ihrer Haltung bestärkt, schneller und rücksichtsloser durch Hamburgs Straßen fahren und rücksichtsloser zu parken. Das ist ein Irrweg.“


Pressestelle der GAL-Bürgerschaftsfraktion
Brigitte Köhnlein
29. Oktober 2003


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