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ISSN 1610-0611
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Für einen „Ring zwei“ mit der Stadtbahn


Bürgerschaftsdebatte zum Aus- und Umbau des Hamburger U-Bahnnetzes:

Für einen „Ring zwei“ mit der Stadtbahn

Für attraktive und leistungsfähige Querverbindungen zwischen den sternförmig angeordneten U- und S-Bahnlinien spricht sich der verkehrspolitische Sprecher der GAL-Fraktion Jörg Lühmann heute in der Bürgerschaft aus. „Mit der modernen und preisgünstigen Stadtbahn können wir den ‚Ring 2 des Öffentlichen Personennahverkehrs’ schaffen und damit das System erheblich attraktiver machen“, erklärt Lühmann.

Lühmann kritisiert, dass mit der geplanten U-Bahnanbindung der HafenCity für sehr viel Geld nur sehr wenig für das U- und S-Bahnsystem erreicht wird. Vollkommen unverständlich ist aus der Sicht des grünen Verkehrspolitikers, dass in Hamburg nicht ausschließlich Maßnahmen durchgeführt werden, deren Kosten-Nutzen-Faktor eine Förderung durch den Bund zulassen. “Es liegt im ureigensten Interesse Hamburgs, sich auf die wirkungsvollsten Projekte zu konzentrieren.“ Er fordert, in die vergleichende Kosten-Nutzen-Analyse auch eine Stadtbahn aufzunehmen: „Warum die exotischsten Verkehrssysteme in die vergleichende Untersuchung einbezogen wurden, nicht aber die moderne Stadtbahn, erklärt der Senat nicht.“

Die Strecke nach Steilshoop und Bramfeld wird weit zurück gestellt. „Weil der Fertigstellungstermin nur vage mit ‚voraussichtlich 2015‘ angegeben wird, steht zu befürchten, dass Steilshoop und Bramfeld niemals einen U-Bahn-Anschluss bekommen werden“, erklärt Lühmann.

In Sachen Flughafen-S-Bahn wirft Lühmann dem Senat widersprüchliches und verkehrspolitisch unsinniges Verhalten vor. Am Mittwoch letzter Woche hatte der Senat zum Fototermin auf der Baustelle für den neuen S-Bahnhof „Flughafen“ gebeten. Nur drei Tage später wird in einer großen Hamburger Tageszeitung über den geplanten Ausbau der Kreuzung Hebebrandstraße/ Sierichstraße berichtet. 3,6 Millionen Euro sollen dort in diesem Sommer verbaut werden, um den Autoverkehr zum Flughafen zu beschleunigen. „Der Senat ergreift in der Konkurrenzsituation zwischen Straße und Schiene Partei zu Lasten des eigenen S-Bahn-Projekts“, lautet Lühmanns Fazit.



Brigitte Köhnlein

Pressemitteilung der GAL-Bürgerschaftsfraktion
6. März 2003


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