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ISSN 1610-0611
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Standort für Röntgenlaser vorgeschlagen

Europaweit einmaliges Projekt stärkt die
Grundlagenforschung in Norddeutschland

Der Standortvorschlag für den XFEL wurde vom Deutschen Elektronen-Synchrotron
DESY erarbeitet und heute der Öffentlichkeit vorgestellt. Die 3,3 km lange Anlage soll in den Bundesländern Hamburg und Schleswig-Holstein liegen. Sie wird auf dem DESY-Gelände in Hamburg-Bahrenfeld anfangen, in nordwestlicher Richtung verlaufen und in der an Hamburg grenzenden Stadt Schenefeld (Kreis Pinneberg) enden. Die Inbetriebnahme dieser in Europa einmaligen Anlage für die naturwissenschaftliche Grundlagenforschung wird nach heutiger Planung im Jahr 2012 beginnen.

Hamburgs Wissenschaftssenator Jörg Dräger sieht mit dem Standortvorschlag eine neue Stufe bei der Realisierung des Projekts erreicht. Hamburg, Schleswig-Holstein und DESY dokumentierten damit auch gegenüber den europäischen Partnern und der Bundesregierung, dass man überzeugt hinter dem Projekt stünde und es schnell in Norddeutschland realisieren wolle. Gemeinsam erfülle man jetzt die notwendigen Vorbedingungen dazu. Der Standortvorschlag ermögliche den Bau des XFEL und damit eine weitere Stärkung des Forschungsstandortes Norddeutschland. Wissenschaftssenator Jörg Dräger, Ph.D.: „Mit dem Standortvorschlag haben wir einen weiteren wichtigen Schritt getan. Wir werden mit dem XFEL ein Leuchtturm-Projekt für Norddeutschland umsetzen, dessen internationale Strahlkraft unsere Position als renommierter Wissenschaftsstandort weiter stärkt.„

Der Ruf der Region als exzellenter internationaler Forschungsstandort werde durch das Laserprojekt weiter verbessert, so Dräger. Während 1980 noch 380 Wissenschaftler aus 12 Staaten zu DESY kamen, sind es heute bereits knapp 3000 aus 33 Nationen. Der Bau des Röntgenlasers als europaweit einmaliges Projekt in der Grundlagenforschung werde die hervorragende und geachtete Position von DESY in der Wissenschaftsgemeinschaft auch auf die nächsten Jahrzehnte hinaus sichern. „Durch den Laser werden deutsche und internationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am DESY Spitzenforschung betreiben können, in einer Vielzahl von Anwendungsbereichen von der Materialforschung bis zu den Lebenswissenschaften. Ich bin besonders froh darüber, dass wir im Schulterschluss mit Schleswig-Holstein das Projekt vorantreiben können. Gemeinsam sind wir stark – das gilt auch für unsere weitere Kooperation zur Realisierung des Laser-Projekts„, zeigte sich Dräger vom Sinn der engen Zusammenarbeit für beide Partner überzeugt.

Die Schleswig-Holsteinische Wissenschaftsministerin Ute Erdsiek-Rave sagte der Freien und Hansestadt Hamburg die politische Unterstützung der Schleswig-Holsteinischen Landesregierung zu. „Wir wollen mit Hamburg möglichst bald einen Staatsvertrag schließen, damit die rechtliche Planungsgrundlage für den Bau des Röntgenlasers gelegt ist.„ Dies sei erforderlich, weil der XFEL teilweise auf Schleswig-Holsteinischen Gebiet liegen werde. Vorher müssten sich der Hamburgische Senat und das Schleswig-Holsteinische Kabinett mit der Angelegenheit befassen. Außerdem seien Verhandlungen mit dem Bund und zwischen den Bundesländern Hamburg und Schleswig-Holstein zeitnah aufzunehmen, skizzierte die Ministerin das weitere Verfahren.

Erdsiek-Rave wies darauf hin, dass die Zusammenarbeit der beiden Bundesländer Hamburg und Schleswig-Holstein im Hinblick auf den neuen Röntgenlaser ein weiteres positives Beispiel für die gute Kooperation der beiden Bundesländer ist. Die Ministerin: „XFEL wird dazu beitragen, dass der Wissenschaftsstandort Norddeutschland insgesamt strukturell gestärkt wird.„ Schließlich böten sich mit dem XFEL Möglichkeiten der naturwissenschaftlichen Grundlagenforschung, die in Europa einmalig seien. Damit gehe einher, dass Hochschulen und Forschungseinrichtungen in Norddeutschland sich noch stärker wissenschaftlich profilieren könnten. Gleichzeitig sei damit zu rechnen, dass Nutznießer der Investitionen um den Röntgenlaser auch Unternehmen und Beschäftigte in dieser Region seien. Das gelte gleichermaßen für den Bau- und den Betrieb des Lasers. „Die von diesem Projekt ausgehenden Impulse wollen wir gemeinsam nutzen, um die Konkurrenzfähigkeit der norddeutschen Forschungslandschaft weiter zu erhöhen„, sagte die Ministerin.


„Wir sind sehr froh, jetzt einen bestens geeigneten Standort für den neuen Röntgenlaser in
DESY-Nähe gefunden zu haben„, freut sich Professor Dr. Albrecht Wagner, Vorsitzender des DESY-Direktoriums. „Für die Versorgungsgebäude müssen keine neuen Grundstücke erworben werden, wir können sie auf dem DESY-Gelände errichten. Außerdem können wir Teile der vorhandenen Infrastruktur nutzen. Weit in die Zukunft geschaut, könnte man den Linearbeschleuniger des Röntgenlasers später mit auf dem DESY-Gelände schon vorhandenen Teilchenbeschleunigern verbinden, um neue Möglichkeiten für die Wissenschaft zu schaffen.„

Am 5.Februar diesen Jahres hatte das Bundesforschungsministeriums (BMBF) entschieden, dass DESY den Freie-Elektronen-Röntgenlaser (XFEL) als europäische Forschungsanlage erhalten soll und bekannt gegeben, dass Deutschland wegen des Standortvorteils bereit ist, die Hälfte der Investitionskosten in Höhe von 673 Mio. Euro für den XFEL zu tragen. Bis etwa Ende 2004 werden jetzt die Verhandlungen zur Finanzierung und Beteiligung an dem Röntgenlaserprojekt auf nationaler und europäischer Ebene weiter geführt und die detaillierten Planungsunterlagen erstellt, mit denen DESY dann das Planfeststellungsverfahren beantragen wird. Aus heutiger Sicht kann in der ersten Hälfte des Jahres 2006 mit dem „ersten Spatenstich„ für die Anlage gerechnet werden.


Neben der Vorstellung des Standortvorschlages wurde heute parallel die Ausstellung „Licht der Zukunft – das europäische Röntgenlaserprojekt bei DESY„ von dem Hamburger Wissenschaftssenator Jörg Dräger, Ph.D., der Forschungs- und Wissenschaftsministerin des Landes Schleswig-Holstein, Ute Erdsiek-Rave, und dem Vorsitzenden des DESY-Direktoriums, Professor Albrecht Wagner eröffnet. Diese Ausstellung soll den Sinn der Zukunftsinvestition in den Laser veranschaulichen und wird vom 29. Oktober bis zum 19. November in der Diele des Rathauses zu sehen sein.

Aufgeteilt in die drei Themengruppen „Das Projekt im Allgemeinen„, „Technik und Funktionsweise„ und „Künftige Forschungsperspektiven„ wird dieses in Europa einmalige Projekt der Grundlagenforschung auf insgesamt 48 Großtafeln allgemeinverständlich und anschaulich präsentiert. Eine vierte Themengruppe stellt das Forschungszentrum DESY vor. Highlight ist eine ein Meter lange Original Beschleunigungsstruktur aus dem supraleitenden Metall Niob, die aus einer Testanlage stammt. Solche so genannten Resonatoren sind in den vergangenen zehn Jahren bei DESY zusammen mit der internationalen TESLA-Collaboration entwickelt und getestet worden. Sie bilden das Herzstück des 2200 Meter langen Elektronen-Linearbeschleunigers des Röntgenlasers.




29. Oktober 2003/bwf29

Petra Folkerts
DESY - Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
www.desy.de

Jens Oldenburg
Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur

Olaf Schubert
Pressestelle der Behörde für Wissenschaft und Forschung
bwf.hamburg.de



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