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ISSN 1610-0611
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DGB Hamburg zur Ausbildungsplatzabgabe

660 Jugendliche ohne Ausbildungsplatz sind ein Skandal!

DGB Hamburg: Jetzt finden sogar gut qualifizierte Schulabgänger keine Lehrstelle!

- Wir brauchen jetzt die Ausbildungsplatzabgabe

"Selten war die Situation für Ausbildungsplatzsuchende schwieriger als in
diesem Jahr"; sagt Erhard Pumm, Vorsitzender des DGB Hamburg. 660
Jugendliche waren Ende September noch nicht mit einer Lehrstelle versorgt.
Und das sind keineswegs nur junge Leute, die die Schule ohne oder nur mit
schlechtem Abschluss verlassen haben - im Gegenteil: Über die Hälfte der
noch suchenden Bewerber bringen einen mittleren Bildungsabschluss mit, rund
13 Prozent sogar das Abi oder einen Fachhochschulabschluss. "Da zieht das
gern verwandte Argument der Wirtschaft nicht, die Bewerber seien nicht gut
genug qualifiziert", so Erhard Pumm, "die Wahrheit ist, dass sich die
Betriebe zunehmend vor ihrer Ausbildungsverantwortung drücken- in Hamburg
ging das Ausbildungsplatzangebot sogar um 1100 Stellen zurück bei steigender
Bewerberzahl."
Die Situation spitzt sich seit Jahren zu: Rund ein Drittel der Bewerber
kommt nicht frisch aus der Schule, sondern ist schon seit einem oder
mehreren Jahren auf Ausbildungsplatzsuche.

DGB Hamburg für eine Ausbildungsplatzabgabe

"So kann man mit den jungen Menschen nicht umgehen - sie brauchen eine
berufliche Perspektive", fordert Erhard Pumm. "Es kann nicht sein, dass die
Jugendlichen aus Ermangelung einer Lehrstelle irgendwelche Hilfsjobs
annehmen, die ihnen als Ungelernte den Weg versperren zu einer
existenzsichernden und qualifizierten Berufstätigkeit. Deshalb kämpft der
DGB für eine Ausbildungsplatzabgabe- wir haben viel zu lange vergeblich
darauf gewartet, dass die Firmen freiwillig ausbilden."
Der Präsident der Hamburgischen Handelskammer Prof. Dr. Schmidt-Trenz
verkehre die Tatsachen ins Gegenteil, wenn er behaupte, eine
Ausbildungsabgabe führe zur Verstaatlichung der Ausbildung. Erhard Pumm:
"Die Verstaatlichung hat schon lange stattgefunden, und zwar in Form der
überbetrieblichen Ausbildung, die vom Staat, also den Steuerzahlern
finanziert wird." 588 Auszubildende in Hamburg sind in außerbetrieblichen
Lehrstellen untergebracht, die vom Arbeitsamt eingerichtet wurden - dafür
werden in diesem Jahr 16 Millionen Euro ausgegeben. "Diese Summe stecken
sich die Unternehmen in die Tasche, die selbst nicht ausbilden, aber
anschließend die fertigen Fachkräfte vom Markt abgreifen", empört sich der
Hamburger DGB-Vorsitzende, "aber was unternimmt Wirtschaftssenator Uldall? -
Er macht sich zum Erfüllungsgehilfen der ausbildungsverweigernden Betriebe,
indem er ankündigt, auf der Wirtschaftsministerkonferenz am 10./11. Dezember
gegen die Ausbildungsplatzabgabe mobilisieren zu wollen. Mit
verantwortungsvoller Politik hat das nichts zu tun!"
Der DGB-Vorsitzende rät zu einem Perspektivenwechsel, schließlich sei
Ausbildung eine Investition, die sich schnell wieder bezahlt mache. Gut
angeleitete Azubis seien hochmotiviert und könnten bald produktiv
mitarbeiten. Man müsse die Ausbildungsverantwortung allerdings ernst nehmen.



11.11.03
Claudia Falk
Öffentlichkeitsarbeit DGB Hamburg
Besenbinderhof 60
20097 Hamburg
www.dgb-hamburg.de


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