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ISSN 1610-0611
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Obstbau und Naturschutz

Obstbau und Naturschutz reklamieren ihre Ansprüche auf den Süderelberaum /
Verbände stellen Dienstaufsichtsbeschwerde gegen Senator Uldall

Vertreter des Obstbaus und des Naturschutzes haben sich darauf verständigt,
ihre Ansprüche im Süderelberaum gemeinsam gegenüber der Stadt anzumelden.
Der BUND Hamburg e.V., der Naturschutzbund NABU, Landesverband Hamburg
e.V., die Fachgruppe Obstbau im Gartenbauverband Nord und die Fachgruppe
Obstbau im Landvolk Niedersachsen fordern, diesen wichtigen Kultur- und
Naturraum zu erhalten. Der Süderelberaum reicht von der Süderelbe im Osten
bis zur Este im Westen und schließt nach Süden mit dem Naturschutzgebiet
Moorgürtel ab.

Durch die aktuelle Politik der Stadt wird dieser Raum massiv bedroht. So
steht dem Dorf Neuenfelde ein zweites Altenwerder bevor, die Stadt hat
bereits 60 Häuser aufgekauft und läßt einzelne Straßenzüge verwaisen.
Weiterhin werden Planungen für Gewerbeansiedlungen für den Bereich zwischen
Rosengarten und der Sietaswerft vorbereitet und ein umfangreicher
Straßenbau zu Lasten des Naturschutzes geplant.

Gegen den wesentlich Verantwortlichen, Wirtschaftssenator Uldall, haben die
Verbände heute beim Ersten Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg,
Ole von Beust, eine Dienstaufsichtsbeschwerde eingereicht. Sie werfen dem
Präses der Behörde für Wirtschaft und Arbeit insgesamt sieben Verstöße
gegen seine Amtspflichten vor. So verantwortet der Senator die
unrechtmäßige Subventionierung des geplanten Pistenbaus, die mangelhalfte
Abwägung zwischen Trassenvarianten bei der neuen Straßenanbindung im
Bereich Neß-Hauptdeich und eine erhebliche Beeinträchtigung des
Naturschutzgebietes Westerweiden.

„Senator Uldall wickelt federführend die Dritte Meile des Alten Landes ab
und verschafft dem Privatunternehmen Airbus aus Steuergeldern Vorteile. Das
Naturschutzgebiet Westerweiden wird bewußt geschädigt, um auch hier später
Gewerbeflächen zu etablieren, das Dorf Neuenfelde wie ein Fremdkörper aus
dem Weg geräumt“, sagte Manfred Braasch, Landesgeschäftsführer des BUND
Hamburg. Rolf Bonkwald, Erster Vorsitzender des NABU Hamburgs, ergänzt:
„Bürgermeister von Beust muss diesem Treiben seines Wirtschaftssenators
Einhalt gebieten, es gibt ein Allgemeinwohl auch jenseits der Interessen
eines Privatunternehmen.“

„Der Obstbau ist bislang der wichtigste Faktor im Alten Land, beschäftigt
viele Menschen und dient zudem der Naherholung vieler Hamburger. Die
Kaltschnäuzigkeit und die Tatsache, den Leuten vor Ort immer nur die
Absichten der Stadt häppchenweise ohne ein komplettes Raumordnungsverfahren
zu verkaufen, ist unerträglich“, sagte Dr. Karl-Heinz Tiemann vom
Obstbauversuchring des Alten Landes.

Die Vertreter des Obstbaus und des Naturschutzes fordern, alle Planungen,
die derzeit im Süderelberaum anstehen, zu stoppen und diesen Raum mit
seinen bisherigen Eckpfeilern Naturschutz, Naherholung und Obstbau weiter
zu entwickeln. Dazu ist auch eine Entlassung von Moorburg aus dem
Hafenentwicklungsgebiet zwingend notwendig und die langfristige Herstellung
einer Nebenelbe von der Este bis zum Köhlbrand.


21. Oktober 2003
Bernd Quellmalz (V.i.S.d.P.)
Pressesprecher
Naturschutzbund Deutschland (NABU)
Landesverband Hamburg e.V.
Osterstraße 58
20259 Hamburg
Internet: www.NABU-Hamburg.de



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