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ISSN 1610-0611
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Unterschriften für den Rosengarten

Unterschriftenaktion erfolgreich abgeschlossen

Die Volksinitiative „Rettet den Rosengarten“ schließt heute die
Unterschriftensammlung mit großem Erfolg ab und reicht die
Unterschriftenlisten bei der Senatskanzlei offiziell ein. 28 236 Bürger
haben seit dem 13. August ihren massiven Protest gegen die Erweiterung des
CCH in den Rosengarten hinein zum Ausdruck gebracht. Damit wird weit vor
der vom Gesetzgeber vorgesehen Frist und weit über die geforderte
Mindestzahl hinaus der Bürgerunwillen deutlich.

„Der Senat ist jetzt gut beraten, wenn er seine bisher verfolgte Absicht
überdenkt und seine Position korrigiert“, so Dr. Manfred Prügel vom
Naturschutzbund NABU und Sprecher der Volksinitiative, „der Senat hat jetzt
die Chance zu beweisen, dass er die Wünsche der Bürger ernst nimmt, indem
er die Pläne zur Zerstörung des Rosengartens aufgibt.“ Mit dem Abschluss
der Unterschriftensammlung ist der Protest nicht zu Ende. „Wir machen
weiter“, so Prügel, „und werden sehr genau verfolgen, wie der Senat
reagiert.“ Die Zerstörung von Hamburgs Grünflächen im Interesse von
staatlichen oder privaten Investoren darf nicht weiter Schule machen. Das
Konzept der wachsenden Stadt ist keine Rechtfertigung, Hamburgs Natur- und
Erholungsflächen Stück für Stück anzuknabbern.

Im einzelnen fordert die Volksinitiative jetzt vom Hamburger Senat:

1. Planten un Blomen wird in seiner jetzigen Fläche Bestandsschutz als Park
garantiert. Die Volksinitiative lehnt alle Planungen zu Lasten von Planten
un Blomen mit dem Rosengarten und dem Alten Botanischen Garten sowie den
Gewächshäusern ab. Der gesamte wertvolle Baum- und Gehölzbestand des Areals
darf nicht durch Baumaßnahmen angetastet werden.

2. Der Plan, den Rosengarten in die Kleinen Wallanlagen zu verlagern, ist
endgültig aufzugeben. Der Rosengarten wird an dem vorhandenen Standort
gebraucht und ist auch ein wichtiger Standortfaktor, mit dem sowohl die
Stadt als auch die Hamburg Messe erfolgreich werben.

3. Hamburgs Grünflächen dürfen nicht weiterhin als billige Verfügungsmasse
für neue Bauprojekte missbraucht werden. Flächennutzungsplan und
Landschaftsprogramm stellen die Leitlinien für die Entwicklung der Stadt
dar und dürfen nicht ständig im Interesse von Investoren beliebig
umgeschrieben werden.



Für Rückfragen: Dr. Manfred Prügel, Tel.: 040 / 69 70 89 - 13



Hintergrundinfo

Zur besseren Durchsetzung der Senatspläne wird die Öffentlichkeit mit
falschen Angaben irregeführt. Es werden nicht, wie in den Medien
dargestellt, nur 4.000 m2 der Rosengartenfläche beansprucht, sondern: „Mit
der Erweiterung des CCH nach Westen wird der heutige Rosengarten
vollständig überbaut und muss aufgegeben werden.“ Nach den bisher
vorliegenden Plänen werden mindestens 20.000 m2 Parkfläche benötigt. Aber
selbst das ist nicht die ganz Wahrheit. Hinzu kommen noch nicht
ausgewiesene Flächen für Erschließungen, Rettungswege,
Baustelleneinrichtungen u.ä., so dass sich der tatsächliche Bedarf noch
weiter erhöhen wird.

Bisher sind keine zusätzlichen Parkplätze vorgesehen. Der Ruf nach neuen
Stellplätzen wird zwangs-läufig entstehen, da die erweiterte Nutzfläche
auch zusätzlichen Verkehr nach sich zieht. Mit dem Argument der Zwangslage
wird der benötigte Parkraum kaum abzuweisen sein. Sicherlich dann wieder zu
Lasten von Planten un Blomen.

„Der Betrieb des CCH führte in den vergangenen fünf Jahren zu einem
jährlichen Verlust zwischen - 5,5 und - 4,0 Mio. €.“ Es ist zu bezweifeln,
dass die geplanten 25 Mio. € Investitionskosten an dem jährlichen Defizit
grundsätzlich etwas ändern werden. Vielmehr ist davon auszugehen, dass für
das 30 Jahre alte CCH eine Grundsanierung überfällig ist, um mit neueren
Konkurrenten mithalten zu können.

Mit dem Verlust des Rosengartens in unmittelbarer Nähe von CCH und
Messegelände würde nicht nur ein zentraler Bereich von Planten un Blomen
zerstört werden, sondern es würde auch ein wesentliches Argument zu Gunsten
der CCH-Nutzung entfallen: Die attraktive Verbindung von Tagungsort und
Parkfläche in unmittelbarer City-Nähe, das für auswärtige Kongressbesucher
nicht zu unterschätzen ist.

Die geplante Verlagerung des Rosengartens in die Kleinen Wallanlagen ist
keine vernünftige Option. Weder ist der Standort für Besucher vergleichbar
attraktiv, noch sind die gestalterischen Möglichkeiten für die Anlage eines
Ersatz-Rosengartens dort ausreichend. Außerdem wäre es eine Verschwendung
öffentlicher Gelder, den erst vor zehn Jahren neu gestalteten Rosengarten
wieder zu verlagern.

Es ist nicht einzusehen, dass die Stadt in die Modernisierung und
Erweiterung des Messegeländes Steuergelder in Höhe von 300 Mio. €
investiert, wenn nicht auch Veranstaltungen des CCH davon profitieren
können. CCH und Hamburg Messe sind organisatorisch und wirtschaftlich eine
Einheit und keine Konkurrenzunternehmen.



24.Oktober 2003
Bernd Quellmalz (V.i.S.d.P.)
Pressesprecher
Naturschutzbund Deutschland (NABU)
Landesverband Hamburg e.V.
Osterstraße 58
20259 Hamburg
Internet: www.NABU-Hamburg.de

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