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ISSN 1610-0611
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,In Deutschland gibt es zu wenig Akademiker"

GEW: Ausgaben für Bildung bei Maastricht-Kriterien herausnehmen

Zumeldung zur dritten Bologna-Konferenz der europäischen Bildungsminister

Frankfurt a. M./Berlin - Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat mit Hinweis auf die am Dienstag vorgestellte OECD-Studie gefordert, den Zugang zu den Hochschulen weiter zu öffnen. „In Deutschland gibt es zu wenig Akademiker: Die Abschlussquote von knapp 20 Prozent eines Jahrgangs muss in kürzester Zeit mindestens verdoppelt werden„, sagte die GEW-Vorsitzende Eva-Maria Stange mit Blick auf die heute beginnende Bologna-Konferenz der europäischen Bildungsminister in Berlin. Die hierfür notwendigen Investitionen müssten im Rahmen eines europäischen Programms eingeplant werden. In diesem Zusammenhang verlangte die Gewerkschafterin, Bildungsausgaben sollten in der EU nicht mehr negativ bei den Stabilitätskriterien nach dem Maastricht-Vertrag zu Buche schlagen, sondern in den nationalen Haushalten als Zukunftsinvestition anerkannt werden. Stange unterstützte damit den Vorstoß des rheinland-pfälzischen Wissenschaftsministers Jürgen Zöllner (SPD). Die OECD-Studie hatte zu geringe Bildungsausgaben in den 80er- und 90er-Jahren als wichtigen Grund für die aktuelle wirtschaftliche Krise in Deutschland genannt.

Ziel des so genannten Bologna-Prozesses ist, in Europa einen gemeinsamen Hochschul- und Forschungsraum zu schaffen. Stange wies darauf hin, dass dieses Vorhaben noch in den Kinderschuhen stecke. Es gebe mehr ungelöste Fragen als Antworten. „Die Vorstellung ist schön: die nachwachsende Generation von Wissenschaftlern hat in Frankfurt, London und Paris studiert, den Abschluss in Bologna gemacht. Nur: bis heute sind Fragen des Aufenthaltsrechtes, der Anerkennung von Studienleistungen und Abschlüssen oder von Ausbildungsförderung und Studiengebühren nicht geklärt„, kritisierte die GEW-Chefin. „Wer will, dass Studierende, gerade auch aus sozial schwächeren Familien mobil sind, darf nicht eine Mauer der Bürokratie errichten und muss für finanzielle Absicherung sorgen.„

Die Vorsitzende der Bildungsgewerkschaft forderte, das Thema „Arbeitsbedingungen des wissenschaftlichen Personals an Hochschulen und Forschungseinrichtungen„ auf die Agenda des Bologna-Prozesses zu setzen. „Grenzenloses wissenschaftliches Arbeiten wird heute durch ein Gestrüpp nationaler hochschul-, arbeits- und sozialrechtlicher Regelungen weitgehend verhindert. Dieser Anachronismus muss endlich beendet werden„, sagte Stange.
Ziel eines umfassenden Reformprozesses an den europäischen Hochschulen müsse die Entwicklung eines gemeinsamen Verständnisses von Qualität in Lehre und Forschung sein. „Das setzt aber voraus, dass Studierende, Lehrende und ihre Interessenvertretungen diesen Prozess mitgestalten können. Die besten Lösungen und Akzeptanz für einen gemeinsamen europäischen Hochschul- und Forschungsraum entstehen nicht in den Hinterzimmern der Ministerien, sondern im offenen, gleichberechtigten Dialog„, mahnte die GEW-Vorsitzende den breiten Einbezug aller Beteiligten in den Bologna-Prozess an.

Sie verlangte, den Bildungsbereich aus den GATS-Verhandlungen zur Liberalisierung des Handels mit Dienstleistungen heraus zu nehmen. „Bildung muss ein öffentliches Gut bleiben. Sie darf nicht auf dem Altar der weltweiten ungebändigten Marktwirtschaft als Ware geopfert werden„, unterstrich Stange.





18. Sep. 2003
Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft
Hauptvorstand
www.gew.de



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