Titel Hamburg Initiativen Hamburg-Termine Inland International Magazin Kleinanzeigen Archiv Suchen Info
Inland:
Inland


Themen:
Bürger- und Zivilgesellschaft
  SeniorInnen
  Castor • Antiatom
  Informationsgesellschaft
  Datenschutz
Bildung • Schule • Beruf
Kinder u. Jugend
Kultur • Wissen
  Literatur
  Film
Mensch & Tier
Soziales • Gesundheit • Miteinander
Menschen- u. Bürgerrecht • Asyl
Gewerkschaften
Report
Umwelt • Natur • Öko
Verbraucher
  Trans Fair


Service:
Archiv
Impressum
Information
Intern
ISSN 1610-0611
Newsletter


GEW: "Menschen nicht nach DIN-Norm schnitzen"

Studie der Bayerischen Wirtschaft mit interessanten Ansätzen, aber einäugig

Frankfurt a.M. - "Die Untersuchung gibt interessante Denkanstöße für eine
grundlegende Reform des Bildungswesens. Aber die Studie ist einäugig auf die
Bedürfnisse der Wirtschaft und die wirtschaftliche Verwertbarkeit der
,Ressource Bildung' ausgerichtet. Bildungsangebote sollen Menschen nicht
nach DIN-Norm schnitzen", erklärte Eva-Maria Stange, Vorsitzende der
Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), mit Blick auf die Studie der
Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft "Bildung neu denken".

"Die Autoren erkennen die Notwendigkeit eines lebenslangen Lernprozesses.
Das ist positiv. Über das Konzept müssen wir noch streiten", sagte Stange.
Die Studie setze Zeichen. Sie mache deutlich, dass der Bildungsbereich -
entgegen aktueller politischer Entscheidungen -materiell gestärkt werden
müsse. Außerdem stelle die Untersuchung fest, dass in der Bundesrepublik
deutlich mehr hoch qualifizierte Menschen gebraucht werden. "Die
Akademikerquote zu verdoppeln und gleichzeitig die Zahl nicht so
hochwertiger Abschlüsse zu verringern ist ein wichtiges Ziel für die
kommenden Jahre", sagte Stange. Studiengebühren und die Streichung von
Ausbildungsvergütungen seien jedoch der falsche Weg.

"In keinem industrialisierten Land ist der Grad der Bildung so vom
Geldbeutel der Eltern abhängig wie Deutschland. Die Studie bleibt die
Antwort schuldig, wie das geändert werden kann", kritisierte die
GEW-Vorsitzende. Die vorgeschlagene Einschulung von Kindern ab dem vierten
Lebensjahr bevorzuge wieder Familien, die sich " gute Bildung von Anfang an
leisten können. "Wir brauchen gute, kostenlose, für alle Kinder offene
Kitas, die ihren Bildungsauftrag wahrnehmen können. Das erfordert eine
bessere Ausstattung, weiterentwickelte pädagogische Konzepte und eine
qualifizierte Ausbildung der Erzieherinnen", forderte Stange.

"Den Rückzug des Staates aus der Verantwortung für Bildung und Erziehung der
Kinder lehnen wir strikt ab", unterstrich die Gewerkschafterin. "Ein
Konzept, dass Bildung nach dem 14. Lebensjahr an private
Weiterbildungsangebote abgibt, verabschiedet sich vom Humboldtschen
Bildungsideal. Es macht die Ökonomisierung von Staat, Gesellschaft und
Bildung zum neuen Leitbild und reduziert Bildung damit auf ihre
wirtschaftliche Funktion."


131103
Internet: http://www.gew.de


nach oben

--

< zurück --vorwärts > ↑ nach oben

Unterrichtsmaterial für Schulen | Einschulung mit vier „radikal falsch“