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ISSN 1610-0611
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Zur „Bildungsstandards-Vorstellung„ der KMK

„Noch kein Qualitätssprung für das Schulwesen durch Bildungsstandards zu erkennen„

Frankfurt am Main/Berlin – „Bildungsstandards sollen dazu beitragen, das Schulwesen zu verbessern. Diesen Anspruch erfüllen die heute von der Kultusministerkonferenz (KMK) vorgelegten Standards für den mittleren Schulabschluss in den Fächern Deutsch, Mathe und erste Fremdsprache nicht. Trotz Nachbesserungen ist noch kein Qualitätssprung für das Schulsystem zu erkennen„, erklärte Eva-Maria Stange, Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), heute in Frankfurt am Main. Sie sagte erneut die Unterstützung der Bildungsgewerkschaft bei der Entwicklung tragfähiger nationaler Bildungsstandards zu.

„Ob sich der Schulalltag positiv verändert, steht und fällt mit der Akzeptanz der Qualität der Standards bei Lehrkräften, Schülern und Eltern. Dies setzt klare Ziele und ein erkennbares Gesamtkonzept voraus. Beides fehlt bisher„, unterstrich Stange. Bildungsstandards müssten deutlich sichtbar in ein Gesamtkonzept der Qualitätsentwicklung von Schule eingebettet sein. „Davon sind wir noch meilenweit entfernt„, sagte die GEW-Chefin. Sie betonte, dass man sich endlich über Parteigrenzen hinweg auf grundlegende nationale Bildungsziele verständigen müsse. „Wo wollen wir in zehn Jahren mit unserem Bildungssystem stehen? Was sollen junge Menschen in der Schule für ihr Leben lernen? Bildungsstandards können und sollen nicht alles abbilden, was Schule heute zu leisten hat. Sie haben die Aufgabe, die für alle Schüler erreichbaren Grundkompetenzen zu schreiben„, sagte Stange. Die Standards sollten Entwicklungshilfen und Orientierungsmaßstab sein und nicht der Perfektionierung der Auslese junger Menschen dienen.

Die Standards müssten sich daran messen lassen, welchen Beitrag sie zur Lösung der Hauptprobleme des deutschen Bildungssystems leisten: soziale Ungerechtigkeit und mangelnde Leistungsfähigkeit. „Die Schulen jetzt mit Tests und Ranking zu überziehen wie in einigen Bundesländern bereits absehbar, wird die Probleme weiter verschärfen. Das Schulsystem muss auf den Prüfstand, nicht die individuelle Leistung von Schülern. Die KMK hat mit der übereilten Vorlage ihrer Standards den zweiten vor dem ersten Schritt getan„, sagte die Gewerkschafterin.

„Wir schlagen vor, nationale Bildungsstandards mit der Unterstützung von Wissenschaftlern im Rahmen einer Bildungsagentur zu entwickeln„, sagte die Vorsitzende. Diese nationale Bildungsagentur solle Einsatz und Auswirkung der Standards regelmäßig überprüfen. „Für diesen Kurs bietet die GEW ihre Mitarbeit an„, kündigte Stange an.



04. Dez. 2003
Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft
Hauptvorstand
www.gew.de


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