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Ausländische Schulabgänger benachteiligt
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Hans-Böckler-Stiftung:
Ausländische Schulabgänger noch immer benachteiligt – Wissenschaftlerin fordert Bildungsoffensive
Jugendliche ausländischer Herkunft haben es in Deutschland noch immer schwer, einen Ausbildungsplatz zu bekommen und die berufliche Ausbildung erfolgreich abzuschließen. Studien zufolge erhalten cirka 66 Prozent der deutschen Schulabgänger einen Ausbildungsplatz, hingegen nur rund 40 Prozent der jungen Ausländerinnen und Ausländer.
Eine neue Bildungsoffensive für ausländische Jugendliche fordert deshalb Dr. Mona Granato vom Bundesinstitut für Berufliche Bildung (BIBB) in der aktuellen Ausgabe der WSI-Mitteilungen 8/2003. Bildungspolitsche Konzepte müssten die Bedürfnisse junger Migranten stärker berücksichtigen, meint die Autorin.
Obwohl sich das Niveau der Schulabschlüsse ausländischer Jugendlicher in den letzten Jahren verbessert hat, sind ihre Chancen auf eine Ausbildung gesunken. Der Anteil der Ausländer in der beruflichen Ausbildung ist seit Jahren stagnierend bis rückläufig. Vor allem junge ausländische Frauen haben es schwer, einen Ausbildungsplatz zu bekommen. Im Jahr 2000 gelang dies nur 35 Prozent der Ausländerinnen gegenüber 44 Prozent der männlichen jungen Ausländer.
Das Spektrum der Berufe, in denen ausländische Schulabgänger ausgebildet werden, ist begrenzt. Sie lernen vorwiegend Berufe mit schlechteren Arbeitsbedingungen und geringen Aufstiegschancen, die von Deutschen weniger nachgefragt werden. So betrug 2001 der Anteil an ausländischen Auszubildenden im Friseurhandwerk ca. 15 Prozent. In der Ausbildung zum Verkäufer betrug der Anteil rund 13 Prozent. Besonders schwierig ist für ausländische Jugendliche der Zugang zu Dienstleistungsberufen. Im Jahr 2001 waren beispielsweise laut Statistischem Bundesamt lediglich 4 Prozent aller auszubildenden Industriekaufleute Ausländer. Im Banken- und Versicherungsgewerbe waren es nur 4,7 Prozent.
Auch die Abbrecherquote unter ausländischen Jugendlichen ist relativ hoch: Rund 37 Prozent der jungen Erwachsenen aus Migrantenfamilien ohne Berufsabschluss haben laut einer BIBB/EMNID-Studie zwar eine Ausbildung begonnen, diese aber wieder abgebrochen. Granato fordert deshalb, das Qualifizierungspotenzial der jungen Ausländer durch geeignete bildungspolitische Maßnahmen besser zu nutzen. Integrations- und Weiterbildungsangebote müssten ausgebaut werden. Außerdem sollten diese Jugendliche während ihrer Ausbildung stärker fachlich und sprachlich unterstützt werden.
Anteil der Auszubildenden ausländischer Nationalität an allen Auszubildenden des Berufs 2001 (Bundesgebiet West – mit Berlin – in %?
Friseur/-in 14,9
Verkäufer/-in 13,1
Pharmazeutisch-kaufmännische/-r Angestellte/-r 11,7
Maler/-in und Lackierer/-in 10,5
Arzthelfer/-in 10,2
Zahnarzthelfer/-in Zahnmedizinische Fachangestellte/-r 9,8
Kauffrau/-mann im Einzelhandel 9,6
Elektroinstallateur/-in 7,7
Kraftfahrzeugmechaniker/-in 7,6
Bürokauffrau/ -mann (IH/Hw) 7,1
Kauffrau/ -mann im Groß- und Außenhandel 6,6
Quelle: Statistisches Bundesamt, Fachserie 11, Reihe 3, 2001; Datenblätter des BIBB; Berechnungen des BIBB.
Mona Granato: Jugendliche mit Migrationshintergrund in der beruflichen Bildung, in: WSI-Mitteilungen Heft 8/2003.
Den vollständigen Text können Sie als pdf abrufen [129 KB]
28.08.2003 Margitta Reicharz Hans-Böckler-Stiftung Abt. Öffentlichkeitsarbeit Hans-Böckler-Straße 39 40476 Düsseldorf
www.boeckler.de
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