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ISSN 1610-0611
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Auf den Castor-Schienen übernachtet

Gegen den Willen von Polizei und BGS konnten AtomkraftgegnerInnen
die "Nacht im Gleisbett" durchsetzen.

Pisselberg (Wendland) Wie angekündigt konnte das "Probeliegen auf
Castorschienen" in der Nacht von Samstag auf Sonntag stattfinden.
Nach einer Kundgebung in Pisselberg und der Durchfahrt des
letzten Zuges verwehrten Polizei und BGS den AtomkraftgegnerInnen
zuerst den Weg zur angemeldeten Mahnwache auf dem Bahnübergang.
Daraufhin umgingen etwa 80 Personen die Polizeiketten und
besetzten die Schienen etwa 200 Meter weiter.

Erste AktivistInnen packten ihre Schlafsäcke aus und machten es
sich im Gleis-Bett bequem. Ein Chor sang Schlaflieder. Die
Situation war sehr entspannt. Trotzdem forderte die Polizei zum
Verlassen der Gleise auf. Nachdem fast niemand dieser
Aufforderung nachgekommen ist, begannen die Einsatzkräfte nach
ungefähr einer Stunde mit der Räumung der Gleise. Die Personalien
wurden festgestellt. Begründet wurde diese Polizeiaktion mit
einer Selbstgefährdung wegen angeblich möglichem Zugverkehr.

Inzwischen hatte Rechtsanwalt Wolfram Plener als Vertreter der
Anmelder intensiv mit der Einsatzleitung verhandelt und
durchgesetzt , dass die angemeldete Mahnwache auf dem
Bahnübergang stattfinden konnte. So nahmen alle gerade Geräumten
wieder auf den Gleisen Platz, diesmal ohne Selbstgefährdung. Bis
zum Sonntagmorgen wurde die Mahnwache aufrechterhalten und
rechtzeitig vor Durchfahrt des ersten Zuges beendet.

"Bei unserem Kampf zur Durchsetzung der Versammlungsfreiheit auf
Schienen war diese Nacht im Gleisbett eine wichtiger
Etappensieg", so Jochen Stay von der Aktionsgruppe WiderSetzen.
"Auch in Zukunft werden sich AtomkraftgegnerInnen darauf berufen
können, dass Mahnwachen auf Gleisen zulässig sind."

Zufrieden zeigten sich die Aktiven auch, weil es erneut gelungen
war, trotz Polizeipräsenz in Ruhe und Entschlossenheit auf die
Schienen zu kommen.





29. Juni 2003
WiderSetzen
Aktionsgruppe im Gorleben-Widerstand
Presse-Kontakt: Jochen Stay
Pressemitteilung
Ende X1000-pressedienst Nachrichtensammlung, Band 6, Eintrag 2


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