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ISSN 1610-0611
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Kindertagesstätten stärken!

GEW: Kindertagesstätten stärken!

Zumeldung zum OECD-Bericht „Bildung auf einen Blick„

Frankfurt a.M./Berlin - Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat nachdrücklich gefordert, die Kindertagesstätten als Bildungseinrichtungen finanziell und personell zu stärken. „Die OECD-Zahlen belegen, dass Deutschland im KiTa-Bereich Entwicklungsland ist„, erklärte GEW-Vorsitzende Eva-Maria Stange zum OECD-Bericht „Bildung auf einen Blick 2003„, der am Dienstag in Berlin vorgestellt worden ist.

„Im Vergleich zu anderen OECD-Ländern übernimmt der Staat viel weniger öffentliche Verantwortung für KiTas und lässt diese zu großen Teilen privat finanzieren„, kritisierte Stange. In Deutschland läge der durch Eltern-Gebühren finanzierte Kostenanteil bei 37 Prozent und damit mehr als doppelt so hoch wie im OECD-Schnitt (17,3 Prozent). „Trotzdem gehen jetzt Bundesländer wie Berlin hin und drehen noch einmal kräftig an der Gebührenschraube. Damit werden Kinder aus sozial schwächeren Familien aus den KiTas gedrängt - obwohl gerade für sie die frühkindliche Bildung und Erziehung besonders wichtig ist, um soziale Benachteiligungen rechtzeitig aufzufangen„, unterstrich die GEW-Vorsitzende.

Der Bildungsauftrag, den die Kindergärten in Deutschland haben, könne nur unzureichend eingelöst werden. "Während in fast allen anderen Ländern Erzieherinnen auf Hochschulniveau ausgebildet werden, glaubt man in der Bundesrepublik, dass für die Kleinsten die 'Basteltante' aus dem letzten Jahrhundert völlig ausreichend ist", sagte Stange. Sie verlangte, dass Erzieherinnen künftig an Fachhochschulen auf ihre Aufgaben vorbereitet würden. Frühe und individuelle Förderung der Kinder verlange beste pädagogische Ausbildung und kleinere Gruppenstärken. "’Auf den Anfang kommt es an’: Das Erfolgsrezept anderer OECD-Staaten muss auch endlich in Deutschland in die Köpfe der politisch Verantwortlichen„, forderte die GEW-Vorsitzende.

Die Schulleistungsstudie PISA habe bewiesen, dass in Deutschland viel zu spät mit der Förderung der Kinder begonnen und damit nicht nur soziale Ungerechtigkeit verfestigt, sondern auch Bildungspotenziale für die Zukunft verschleudert werden. Deshalb hätten jetzt mehrere Bundesländer Bildungsempfehlungen und -programme für die Einrichtungen erarbeitet. "Eine KiTa, die Kinder nur von neun bis zwölf Uhr besuchen können und in der eine Erzieherin, bestenfalls von einer Hilfskraft unterstützt, eine Gruppe von 25 Kindern betreut, kann den Bildungsanforderungen nicht gerecht werden", betonte die GEW-Chefin.
Mit 25 Kindern je Betreuerin gebe es in Deutschland die schlechteste Kinder-Erzieher-Relation innerhalb der OECD. Standard seien in den OECD-Staaten 15 Kinder je Betreuerin. "Scheinbar billige, aber pädagogisch wirkungslose Kindertagesstätten sind rausgeschmissenes Geld und kommen die Gesellschaft später in Form von Sozialhilfekosten für Jugendliche ohne Ausbildung und Job teuer zu stehen", hob Stange hervor.„Die Bildung von zukünftigen Hochschulabsolventen beginnt bereits weit vor der Schule und nicht erst im Gymnasium, wie man in Deutschland immer noch annimmt.„



Info: Eine Zusammenfassung der wesentlichen Aussagen der Studie können Sie im Internet auf der Homepage des Bundesbildungsministeriums und der Kultusministerkonferenz abrufen: www.bmbf.de und www.kmk.org


oder auch <hier [363 KB] > herunterladen (PDF-Dokument).


Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft
Hauptvorstand
16. Sep. 2003 ur/pp


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