Titel Hamburg Initiativen Hamburg-Termine Inland International Magazin Kleinanzeigen Archiv Suchen Info
Inland:
Inland


Themen:
Bürger- und Zivilgesellschaft
  SeniorInnen
  Castor Antiatom
  Informationsgesellschaft
  Datenschutz
Bildung Schule Beruf
Kinder u. Jugend
Kultur Wissen
  Literatur
  Film
Mensch & Tier
Soziales Gesundheit Miteinander
Menschen- u. Bürgerrecht Asyl
Gewerkschaften
Report
Umwelt Natur Öko
Verbraucher
  Trans Fair


Service:
Archiv
Impressum
Information
Intern
ISSN 1610-0611
Newsletter


1. Streitschlichterkongress

Streitschlichterinnen und Streitschlichter an Schulen zeigen, dass es auch anders geht!

Geseke in der Nähe von Paderborn wird am kommenden Wochenende zum Zentrum der Streitschlichterinnen und Streitschlichter aus Schulen der ganzen Bundesrepublik. Der 1. Streitschlichterkongress für Schülerinnen und Schüler in Streitschlichterprojekten widmet sich der Bestandaufnahme, der Vertiefung des Know-How und natürlich der Begegnung und dem Erfahrungsaustausch der Jugendlichen und der sie begleitenden Lehrerinnen und Lehrer.

„Das Wunderbare ist, dass inzwischen so viele Schulen in Deutschland das Modell der konstruktiven, gewaltfreien Konfliktlösung über zahlreiche Streitschlichterprojekte in den Schulalltag integriert haben“, sagt Detlev Beck, Geschäftsführer des Bundes für soziale Verteidigung (BSV) in Minden, der die Idee des Kongresses auf den Weg gebracht hat. Darin schwingt auch Überraschung mit. Denn dass das Interesse so groß sein würde, hat alle Beteiligte überrascht: „Wir sind von der Fülle der Anmeldungen förmlich überrollt worden“, sagt Ludwig Weitz von der Stiftung Mitarbeit in Bonn, neben dem BSV und dem Bildungswerk UMBRUCH eine der mitveranstaltenden Organisationen. Mehr als 500 Schülerinnen und Schüler aus der gesamten Bundesrepublik, aus allen Schulformen wollten dabei sein. Platz gab es „nur“ für 150, die aus allen Bewerbungen so ausgewählt wurden, dass aus jedem Bundesland und aus jeder Schulform Schülerinnen und Schüler auf dem Kongress vertreten sein werden.

Wie sieht die Praxis in den einzelnen Projekten aus und welche Fragen und Probleme haben die Jugendlichen? Der Austausch darüber ist ein wesentliches Anliegen des Kongresses. „Mich interessiert dabei auch, wie das Verhältnis der Streitschlichtung zu den anderen an Schulen üblichen und praktizierten Konfliktlösungsverfahren wie Recht und Macht ist“, sagt Detlev Beck. „Gibt es Ideen und Ansätze, die über das Bisherige und Bewährte hinausgeht und andere Akteure in Schule einbezieht?“ Auch darauf sucht der Kongress eine Antwort. Daneben gibt es Workshops, in denen erfahrene Trainerinnen und Trainer mit den Jugendlichen an der Praxis der Streitschlichtung arbeiten und neues Know-how vermitteln. Dass auch der Spaß nicht zu kurz kommen soll, versteht sich von selbst. Party und Begegnungen gehören daher selbstverständlich zum Programm.

Streitschlichter vermitteln zwischen verschiedenen Personen oder Gruppen mit dem Ziel, einen Konflikt dauerhaft zu lösen. Daniel Waterreus ist 16 Jahre und seit einem Jahr Streitschlichter an der Kurt-Tucholsky-Gesamtschule in Minden. Er ist einer, der stellvertretend für 14 Mitschüler seiner Streitschlichter-AG zum Kongress fährt. „Ich möchte gerne zum sozialen Leben der Schule beitragen“, sagt Daniel auf die Frage nach seiner Motivation. „Ich kann damit anderen Schülern helfen und es gibt einen Vermerk über das Engagement auf dem Zeugnis. Das ist nicht schlecht für eine spätere Bewerbung.“ Was er vom Kongress erwartet? „Ich fände es gut Ideen zu bekommen, die wir später hier umsetzen können!“ sagt Daniel, „besonders Ideen, dass noch mehr Schüler unser Angebot nutzen.“ Denn die Breitwilligkeit zu den Streitschlichtern zu kommen ist noch nicht so hoch, wie sich die Aktiven an der Kurt-Tucholsky- Gesamtschule das wünschen.

„Streitschlichterinnen und Streitschlichter zeigen, dass es anders geht“, schreibt Renate Schmidt, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend in ihrem Grußwort an die Jugendlichen. Das Bundesministerium unterstützt den Kongress und wünscht sich eine Stütze und Stärkung der Aktiven. Denn die Jugendlichen helfen, Konfrontationen abzubauen, sie zeigen Alternativen zur Gewalt auf, sie zeigen, dass Stärke nicht gleichbedeutend mit körperlicher Kraft ist und geben anderen Anlass, das eigene Handeln zu reflektieren. Ministerin Schmidt: „Wer früh lernt, Auseinandersetzungen zu einem konstruktiven Ende zu führen, wird davon ein Leben lang profitieren.“

Schon jetzt ist deutlich: Es gibt in allen Bundesländern, in allen Schulformen eine große Zahl an Projekten, die z.T. schon seit Jahren existieren. Die Erfahrungen, die die Jugendlichen in den Projekten machen, sind unter dem Strich mehr als positiv. Letztlich liefern die Jugendlichen damit auch eine ganz praktische und alltägliche Antwort auf Konflikte und Gewalt in der Schule.

Internet:
www.streitschlichtungskongress.de




02.12.2003
Bund für Soziale Verteidigung
Schwarzer Weg 8 / 32423 Minden
Internet: www.soziale-verteidigung.de/
************************************************
02.12.2003
Bund für Soziale Verteidigung, Minden
Schwarzer Weg 8, 32423 Minden
Stiftung MITARBEIT, Bonn
Bornheimer Str. 37, 53111 Bonn


nach oben

--

< zurück --vorwärts > ↑ nach oben

"Soziales und liberales Köln"