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ISSN 1610-0611
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Niederlage für Millionen von Nutztieren

Katastrophale Niederlage für Millionen von Nutztieren

Bundesrat beschließt Aufweichung des Verbotes der Käfighaltung von
Legehennen

- Mit Bestürzung und Verärgerung
reagieren die Tierschutzorganisationen VIER PFOTEN e.V. und PROVIEH - Verein
gegen tierquälerische Massentierhaltung e.V. auf den heutigen
Bundesratsbeschluss, der das Verbot der Käfighaltung von Legehennen ab 2007
aushebeln soll. Auf Antrag Niedersachsens wurde die Mindesthöhe von zwei
Metern für Käfige gestrichen. Damit ist den ausgestalteten Käfigen der Weg
geebnet, deren Höhe von rund 45 Zentimetern den Hennen kein artgerechtes
Leben ermöglicht. Darüber hinaus wurde auf Antrag von Mecklenburg-Vorpommern
und Niedersachsen der Ausstieg aus herkömmlichen Käfigsystemen an die
Einführung eines Prüfverfahrens für Haltungssysteme gekoppelt. Damit ist
nicht absehbar, wann der ursprünglich für Anfang 2007 vorgesehene Ausstieg
aus der herkömmlichen Käfighaltung erfolgen kann.

Für diesen eklatanten Rückschritt im Tierschutz hat die Mehrheit der Länder
gestimmt. „Offensichtlich ist diesen Ministerpräsidenten das Einvernehmen
mit der Eierlobby wichtiger als das Wohl der Hennen und der Wille vieler
Bürgerinnen und Bürger“, kritisieren Sandra Gulla, Vorsitzende von PROVIEH,
und Dr. Marlene Wartenberg, Vorsitzende von VIER PFOTEN. Rund 95 Prozent der
Deutschen lehnen die Käfighaltung ab. Allein über die gemeinsame Website von
VIER PFOTEN und PROVIEH „www.Hennen-in-Not.de“ wurden in nur zwei Wochen
über 53.000 Protestmails an die Ministerpräsidenten versandt. „Diese
Beteiligung zeigt, wie sehr das Leid der Hennen im Käfig die Menschen
berührt“, so Dr. Marlene Wartenberg und Sandra Gulla. „Offenbar wird dies
aber von der Politik ignoriert.“

Nach der Niederlage für den Tierschutz richten sich die Hoffnungen nun auf
Verbraucherschutzministerin Renate Künast. Sie betonte direkt nach der
Bundesratssitzung, am 28. November, sie werde am Ausstiegstermin 2007 für
Käfighaltung festhalten und dem Bundesratsbeschluss nicht folgen.

„Eine Schlüsselfunktion kommt den Verbraucherinnen und Verbrauchern zu. Sie
sind nun aufgefordert über ihr Kaufverhalten gegen die Eierlobby zu stimmen,
indem sie ausschließlich Eier aus biologischer Erzeugung und aus
Freilandhaltung kaufen“, meinen die Vorsitzenden von PROVIEH und VIER PFOTEN
abschließend. „Ab 2004 müssen EU-weit auch Käfigeier eindeutig und
verbindlich kennzeichnet werden. Wir gehen davon aus, dass diese Maßnahme zu
einer weiteren Steigerung des Marktanteils von Eiern aus alternativen
Haltungssystemen führen wird.“

Hintergründe und Infos zur Protestaktion unter www.Hennen-in-Not.de

Hamburg / Heikendorf, 28. November 2003
Beate Schüler
Pressesprecherin
VIER PFOTEN e.V.

Altonaer Str. 57
20357 Hamburg

Internet: www.vier-pfoten.de


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