Titel Hamburg Initiativen Hamburg-Termine Inland International Magazin Kleinanzeigen Archiv Suchen Info
Inland:
Inland


Themen:
Bürger- und Zivilgesellschaft
  SeniorInnen
  Castor Antiatom
  Informationsgesellschaft
  Datenschutz
Bildung Schule Beruf
Kinder u. Jugend
Kultur Wissen
  Literatur
  Film
Mensch & Tier
Soziales Gesundheit Miteinander
Menschen- u. Bürgerrecht Asyl
Gewerkschaften
Report
Umwelt Natur Öko
Verbraucher
  Trans Fair


Service:
Archiv
Impressum
Information
Intern
ISSN 1610-0611
Newsletter


Offshore-Outsourcing:

Weniger IT-Arbeitsplätze durch Auslagerung in Billiglohnländer

Immer mehr international tätige Konzerne beabsichtigen, gut bezahlte Entwickler-Jobs für Informationstechnologie (IT) aus Deutschland in Billiglohnländer wie Indien, Osteuropa und China zu verlagern. Darauf weist Gerhard Rohde vom Internationalen Bund der Dienstleistungsgewerkschaften UNI in der neuesten Ausgabe der WSI-Mitteilungen der Hans-Böckler-Stiftung hin.

Das sogenannte Offshore-Outsourcing ist nicht nur ein deutsches, sondern ein globales Phänomen. So gehen Schätzungen davon aus, dass in Großbritannien bis zum Jahr 2006 zwischen 20 000 und 25 000 IT-Jobs ins Ausland verlagert werden, das wären rund 2,5 Prozent der dort heute existierenden. Aus den USA sollen bis zum Jahre 2015 rund 3,3 Mio. qualifizierte Angestelltenjobs in Niedriglohnländer abgewandert sein.

Zwar warnt Rohde vor einem blinden Glauben an solche Zahlen von Unternehmensberatungen. Deren Prognosen seien häufig zweckorientiert. So seien in den USA durch den wirtschaftlichen Abschwung sehr viel mehr Arbeitsplätze im IT-Bereich verloren gegangen, als insgesamt voraussichtlich bis zum Jahre 2015 in Billiglohnländer ausgelagert würden. Rohde betont jedoch, dass Offshore-Outsourcing von qualifizierter Arbeit ähnliche Dimensionen erreichen könnte, wie sie bisher nur für einfache Tätigkeiten und Routinearbeiten bekannt waren. Damit stellten sich neue Probleme für die Beschäftigungssituation und Arbeitsbedingungen von IT-Fachkräften.

Offshore-Outsourcing ist fast immer mit dem Verlust von Arbeitsplätzen verbunden; dies gilt auch für IT-Beschäftigung. Negative Folgen für die Beschäftigten ergeben sich jedoch auch durch arbeitsorganisatorische Umstrukturierungen zur Anpassung an die Erfordernisse von Offshore- Outsourcing: Abteilungen erhalten den Charakter von "Liefereinheiten", ganzheitliche Tätigkeiten werden zurückgenommen, selbständiges Arbeiten wird durch straffe Vorgaben eingeengt. Damit können ungünstige Rückwirkungen für Status und Arbeitsplatzqualität der IT- Beschäftigten entstehen.



Die Preise im IT-Dienstleistungsmarkt und auch die Einkommensniveaus von IT-Fachkräften könnten künftig sogar von zwei Seiten in die Zange genommen werden, befürchtet Rohde. Zum einen droht die Auslagerung von Funktionen, Projekten oder ganzen Abteilungen ins Ausland. Zugleich entsteht auf Grund der Liberalisierung des Handels mit Dienstleistungen (GATS) und einem Europäischen Binnenmarkt für Dienstleistungen mehr unmittelbare Konkurrenz von billigeren Mitbewerbern im heimischen Markt. Insbesondere hochqualifizierte IT-Fachkräfte aus Indien sowie indische Unternehmen könnten die Konkurrenzsituation im Inland verschärfen.


* Gerhard Rohde, Union Network International (UNI), Nyon (Schweiz)

Grenzenlose Arbeit – Globale Mobilität: eine Herausforderung für Gewerkschaften und Wissenschaft, in: WSI-Mitteilungen, H.10/2003, S. 610- 616




30.10.2003
Margitta Reicharz
Hans-Böckler-Stiftung
Abt. Öffentlichkeitsarbeit
Hans-Böckler-Straße 39
40476 Düsseldorf
www.boeckler.de



nach oben

--

< zurück --vorwärts > ↑ nach oben

Sinkende Chancen für Langzeitarbeitslose | BITS Research Report 03