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ISSN 1610-0611
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Hilfe- und Pflegebedürftige in Deutschland

Erste Ergebnisse der Repräsentativerhebung zu den "Möglichkeiten und
Grenzen einer selbständigen Lebensführung hilfe- und pflegebedürftiger
Menschen in Privathaushalten"

Rund 1,4 Mio. Pflegebedürftige werden gegenwärtig in Deutschland in
privaten Haushalten betreut. Aktuelle Informationen über die Situation
von Hilfe- und Pflegebedürftigen, zum Bedarf an Hilfe und Pflege sowie
zu Unterstützungsmöglichkeiten für eine selbständige Lebensführung
liefert eine Repräsentativbefragung, die Infratest Sozialforschung
München im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren,
Frauen und Jugend durchgeführt hat. Die Erhebung ist der dritte Teil
des Forschungsprojektes "Möglichkeiten und Grenzen einer selbständigen
Lebensführung hilfe- und pflegebedürftiger Menschen" (MuG 3) und
bezieht sich auf die Situation von Hilfe- und Pflegebedürftigen in
Privathaushalten.

"Die Pflege in der häuslichen Umgebung entspricht nach wie vor dem
Wunsch der großen Mehrheit sowohl der Pflegebedürftigen selbst als
auch deren Angehöriger," erklärt die Bundesministerin für Familie,
Senioren, Frauen und Jugend, Renate Schmidt. "Die Ergebnisse der
Repräsentativerhebung zeigen, dass dies auch im Falle von schwerster
Pflegebedürftigkeit, sogar bei einer demenziellen Erkrankung,
grundsätzlich möglich ist."

71 Prozent der Pflegebedürftigen und sogar 87 Prozent der Angehörigen
stehen einem möglichen Wechsel in ein Heim ablehnend gegenüber und
wünschen ein Leben in den eigenen vier Wänden. Dabei weisen insgesamt
47 Prozent der Pflegebedürftigen kognitive Beeinträchtigungen auf, die
mit einem zum Teil erheblichen Hilfebedarf im Bereich der
Beaufsichtigung, Anleitung und der allgemeinen sozialen Betreuung
verbunden sind.

Nach wie vor ist es der engere Kreis der Familien, der die Hauptlast
der regelmäßig zu erbringenden Hilfeleistungen trägt. 92 Prozent der
Pflegebedürftigen werden privat in der Regel von näheren
Familienangehörigen versorgt. 73 Prozent der Hauptpflegepersonen sind
weiblich, 60 Prozent sind bereits 55 Jahre und älter. Gepflegt wird
demnach nicht nur zwischen den Generationen, sondern zu einem
erheblichen Teil auch innerhalb der gleichen Generation.

"Private Hilfe und Pflege ist mit erheblichen Belastungen für die
Pflegepersonen verbunden," so Bundesministerin Renate Schmidt weiter:
"Über 80 Prozent der Hauptpflegepersonen fühlen sich eher stark oder
sogar sehr stark belastet. Doch nur ein kleiner Teil der betroffenen
Personen greift regelmäßig auf entlastende Beratungs- oder
Unterstützungsangebote zurück. Um die häusliche Pflege auch in Zukunft
abzusichern, ist es wichtig, niederschwellige Angebote zur Beratung,
Qualifizierung und Unterstützung für pflegende Angehörige weiter
auszubauen. Die vorhandenen professionellen Pflegeleistungen müssen
noch besser als bisher durch entsprechende Angebote ergänzt sowie die
bestehenden Strukturen vernetzt werden. Besondere Anerkennung verdient
dabei die ehrenamtlich getragene Hilfe, wie beispielsweise
Besuchsdienste. Die Erhebung zeigt, dass diese Form von Unterstützung
nicht unterschätzt werden darf. 11 Prozent der Pflegehaushalte nehmen
regelmäßig von Freiwilligen erbrachte Hilfeleistungen in Anspruch.
Dieses Engagement müssen wir stärker fördern."

Die Leistungen der Pflegeversicherung unterstützen Pflegebedürftige in
Privathaushalten und ergänzen die familiäre, nachbarschaftliche und
sonstige ehrenamtliche Pflege und Betreuung. Je nach Art der
Inanspruchnahme ergibt sich dabei ein unterschiedlicher Mix aus privat
erbrachten und ergänzenden professionellen Leistungen. Die große
Mehrheit der Haushalte (71 Prozent) nimmt im Rahmen der
Pflegeversicherung das monatliche Pflegegeld in Anspruch - als
Geldleistung im Sinne einer Aufwandsentschädigung, um die familiär
erbrachte Hilfe abzusichern. 55 Prozent der Pflegebedürftigen erhalten
ausschließlich private Hilfeleistungen aus Familie und Bekanntschaft.
Hinzu kommen weitere 9 Prozent, die die private Pflege durch selbst
finanzierte hauswirtschaftliche Dienstleistungen (z.B. "Essen auf
Rädern", Putzhilfe) ergänzen. 28 Prozent der häuslich betreuten
Pflegebedürftigen erhalten sowohl private als auch professionelle
pflegerische Hilfe, die übrigen 8 Prozent nehmen ausschließlich
professionelle Pflege in Anspruch.

Einen ersten Überblick über die Ergebnisse der Repräsentativerhebung
"Möglichkeiten und Grenzen einer selbständigen Lebensführung hilfe-
und pflegebedürftiger Menschen in privaten Haushalten" (MuG 3) gibt
ein Schnellbericht, der vorab hier abrufbar ist. Der Endbericht wird
voraussichtlich Ende 2004 vorliegen.




7. November 2003
Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
Internet: http://www.bmfsfj.de/

Dienststelle Berlin:
Taubenstraße 42/43
Glinkastraße 18-24
D-10117 Berlin


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