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ISSN 1610-0611
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Sparkurs in der der Suchtkrankenhilfe

Diakonie warnt vor Sparkurs in der der Suchtkrankenhilfe

Kürzungen gefährden die Qualität: Viele Suchtberatungsstellen sind in ihrer
Existenz bedroht

Viele Suchtberatungs- und Behandlungsstellen sind durch die Kürzungen der
Fördermittel von Ländern und Kommunen in ihrer Existenz bedroht, warnt der
Gesamtverband für Suchtkrankenhilfe im Diakonischen Werk der EKD (GVS). Die in
einem großen Teil der Bundesländer geplanten oder bereits durchgeführten
Einsparungen im Sozialbereich würden zu massiven Einschnitten bei der
Suchtkrankenhilfe führen. Wenn es zu einem Abbau der wohnortnahen ambulanten
Einrichtungen komme, bestünde nach Ansicht des Diakonie-Bundesfachverbandes die
Gefahr, dass die Qualität der Suchtkrankenhilfe leiden würde.

"Auch der von der Bundesregierung geplanten Stärkung des ambulanten Bereichs in
der Suchtkrankenhilfe läuft diese Entwicklung zuwider", kritisiert Irene Helas,
Geschäftsführerin des GVS. Sie fordert angesichts des großen Umfangs von
Suchterkrankungen in Deutschland den Erhalt der Landesmittel für die ambulante
Suchtkrankenhilfe, aber auch für die Prävention von Suchterkrankungen und für
die zielgruppenspezifische Drogen- und Suchthilfe, die vielerorts ebenfalls dem
Rotstift zum Opfer fallen soll.

Rund neun Millionen Menschen in Deutschland haben gravierende Alkoholprobleme,
davon sind 1,6 Millionen abhängig. 42.000 Menschen sterben jährlich an
alkoholbedingten Krankheiten. 1,5 Millionen Menschen gelten als
medikamentenabhängig, zu zwei Drittel sind es Frauen. Von den zwei Millionen
jungen Menschen, die regelmäßig Cannabis konsumieren, sind 200.000 süchtig.
150.000 Menschen sind von Heroin und Opiaten abhängig. Unter den insgesamt 16,7
Millionen Rauchern in Deutschland sind vier Millionen Nikotinsüchtige.
"Angesicht dieser Zahlen hat ein Einschnitt in die Arbeit der
Hilfsorganisationen, insbesondere im Bereich der ambulanten
Suchtberatungsstellen, fatale Folgen," warnt Irene Helas.

"Suchtkrankenhilfe gehört zu den wesentlichen Aufgaben der Diakonie", sagt der
Präsident des Diakonischen Werkes, Dr. h.c. Jürgen Gohde. "Diakonische
Einrichtungen bieten eine Vielzahl von professionellen und ehrenamtlichen Hilfen
für suchtgefährdete und suchtkranke Menschen an. Diese Hilfen, die angesichts
der unsicheren Lebensumstände vieler Menschen in Zukunft eher noch wichtiger
werden, dürfen nicht gefährdet werden".

Der Gesamtverband für Suchtkrankenhilfe im Diakonischen Werk der EKD und die ihm
angeschlossenen Mitgliedseinrichtungen haben in den vergangenen 25 Jahren
erheblich am Auf- und Ausbau der ambulanten Suchtkrankenhilfe in Deutschland
mitgewirkt. Zur Zeit gibt es über 400 Suchtberatungsstellen in diakonischer
Trägerschaft.


20. November 2003/bih/mps
Miguel-Pascal Schaar
Diakonie-Bundespressesprecher

Diakonisches Werk der Evangelischen Kirche in Deutschland e.V.
Reichensteiner Weg 24
14195 Berlin-Dahlem
www.diakonie.de


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