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ISSN 1610-0611
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Heilmittel-Richtlinie

Verschlechterung der Versorgung chronisch Kranker absehbar
Deutsche Gesellschaft für Versicherte und Patienten (DGVP) kritisiert Heilmittel-Richtlinie


Als Einstieg in deutlich schlechtere Versorgung chronisch Kranker kritisierte die Deutsche Gesellschaft für Versicherte und Patienten (DGVP) die Novellierung der Heilmittel-Richtlinie. Die Patientenvertretung erwartet zudem einen quälenden bürokratischen Hürdenlauf zu Lasten der Patienten, sollte die Richtlinie wie geplant ab Januar 2004 umgesetzt werden.

So soll zum Beispiel bei Multipler Sklerose die Möglichkeit deutlich eingegrenzt werden, den Betroffenen die erforderliche Krankengymnastik zu verschreiben. Derzeit ist bei dieser Krankheit eine Langfristverordnung vorgesehen, denn die Krankengymnastik gehört zu den Basistherapien, um Beweglichkeit so lange wie möglich zu erhalten und Spasmen entgegenzuwirken.

Geplant ist nach Mitteilung der DGVP jedoch, Langfristverordnungen zu streichen und die Zahl der Krankengymnastik auf 30 Behandlungseinheiten zu beschränken. Erst nach einer Therapiepause von 12 Wochen soll eine erneute Behandlung zulässig sein. Damit ist nach Aussage von DGVP-Präsident Ekkehard Bahlo, das Therapieziel nicht mehr zu erreichen. Gerade MS-Kranke bedürfen der lebenslangen Behandlung.

„Sie werden künftig zum bürokratischen und auch menschenverachtenden Hürdenlauf gezwungen“, kritisierte Bahlo: Jede einzelne neue Verordnung muss ab dem Erreichen der Gesamtverordnungsmenge als Ausnahmefall begründet werden. Vor jeder neuen Verordnung muss der Arzt einen Befund neu erheben und belegen, der ihm längst bekannt ist. Zusätzlich müssen Verordnungen, die über die Gesamtverordnungsmenge hinausgehen, den Krankenkassen zur Genehmigung vorgelegt werden. Die DGVP unterstützt damit die gleich lautenden Bedenken des Bundesverbands Multiple Sklerose Kranker (MSK e.V.).

„Durch einen solchen drastischen Einschnitt wird die Behandlung der MS deutlich verschlechtert“, stellte Bahlo fest. Chronische Krankheiten so zu behandeln als seien sie eine vorübergehende Erscheinung, bei der eine dauerhafte Behandlung nicht nötig ist, sei der schlechteste Weg, damit umzugehen. „Mit einer ausreichenden Versorgung, auf die Patienten einen Anspruch haben, und mit Versorgungsqualität hat das nichts mehr zu tun!“



Heppenheim, den 21. November 2003
Deutsche Gesellschaft für Versicherte und Patienten e.V. (DGVP)
Lehrstr. 6
64646 Heppenheim

www.dgvp.de


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