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ISSN 1610-0611
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Kongress "Was zählt, ist die Einstellung"

Beschäftigung ist ein Schlüssel für soziale Integration

BBW, BFW und VdK fordern mehr Jobs für behinderte Menschen

Die Schaffung und dauerhafte Sicherung von Ausbildungs- und Arbeitsplätzen für Menschen mit Behinderungen haben der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Berufsförderungswerke (ARGE BFW), Ulrich Wittwer, der Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft der Berufsbildungswerke (BAG BBW), Armin Fink, und der Präsident des Sozialverbands VdK Deutschland, Walter Hirrlinger, gefordert. Beschäftigung sei ein wichtiger Schlüssel für die soziale Integration behinderter Menschen, sagten sie auf der Pressekonferenz anlässlich des Auftakts des Kongresses "Was zählt, ist die Einstellung" heute in Leipzig.

Im Mittelpunkt des Kongresses steht die gleichberechtigte Teilhabe und Teilnahme von Menschen mit Behinderungen am Arbeitsmarkt in der Praxis. Veranstalter sind die Berufsbildungswerke, Berufsförderungswerke und der Sozialverband VdK Deutschland. Die bundesweit 52 BBW und 27 BFW bieten als außerbetriebliche Bildungsunternehmen Berufsperspektiven für Jugendliche und Erwachsene mit Behinderungen, der Sozialverband VdK Deutschland setzt sich für schwerbehinderte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ein.

Hirrlinger erinnerte an die Aktion "50.000 Jobs für arbeitslose Schwerbehinderte", mit der die Zahl arbeitslos gemeldeter schwerbehinderter Menschen um 24 Prozent reduziert werden konnte. Infolge der schlechten wirtschaftlichen Entwicklung seien aber jetzt fast wieder genau so viele Menschen arbeitslos wie vor der Aktion. Hirrlinger forderte eine neue Aktion "50.000 Jobs für arbeitslose Schwerbehinderte". Der VdK-Präsident appellierte an Arbeitgeber, Politiker, Sozialpartner und Verwaltungen, hier mit den Behindertenverbänden an einem Strang zu ziehen. Behinderte Menschen seien überproportional von Arbeitslosigkeit, speziell von Langzeitarbeitslo-sigkeit betroffen.

Mehr als 50 Prozent der betroffenen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind älter als 50 Jahre. "Wenn allerdings die Bundesanstalt für Arbeit die Mittel für den zweiten Arbeitsmarkt 2004 kürzt, und damit auch Gelder für Fortbildung und Rehabilitation, dann ist dies kontraproduktiv." Das geplante Arbeitslosengeld II verschärfe die Situation, so Hirrlinger.

Teilhabe an der Gesellschaft und am Arbeitsleben müsse auch in Zukunft allen jungen Menschen mit Behinderung ermöglicht werden, erklärte der Vorsitzende der BAG BBW, Armin Fink, auf der Pressekonferenz. Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Berufsbildungswerke setze sich daher dafür ein, dass die Bundesanstalt für Arbeit auch künftig ihrem Bildungsauftrag nachkomme. Weder dürften Menschen mit Behinderungen kurzsichtig in Anlernverhältnisse abgeschoben werden, noch dürften nur noch Menschen gefördert werden, deren Ausbildung sich "wirtschaftlich" lohne, sagte Fink.

Der Kongress will ein Forum für Menschen mit Behinderungen, ihre Angehörigen und Verbände sein, um mit Entscheidungsträgern aus Politik, Unternehmen und Gewerkschaften über Wege zu mehr Beschäftigung sowie Chancen aus Prävention und Rehabilitation zu diskutieren. Das SGB IX, zu dem Staatssekretär Heinrich Tiemann vom Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung auf dem Kongress Stellung bezieht, zeigt Wege auf, um behinderte Menschen in Beschäftigung zu bringen.

Das Sozialgesetzbuch IX biete vielfältige Möglichkeiten, beispielsweise Zuschüsse an Arbeitgeber, um bestehende Arbeits- und Beschäftigungsverhältnisse dauerhaft zu sichern und zu schaffen, sagte Ulrich Wittwer, Vorsitzender der ARGE BFW, auf der Pressekonferenz. Berufliche Bildung sei nicht nur wegen der Existenzsicherung sondern auch des Selbstwertgefühls unverzichtbar für Menschen mit Behinderungen.

VdK-Präsident Walter Hirrlinger forderte, die Arbeit der Servicestellen im Rahmen eines trägerübergreifenden kooperativen Rehabilitationsmanagements zu verbessern. Erste Aufgabe der Servicestellen sei es, Menschen mit Behinderungen schnell und gezielt zu beraten, damit diese unverzüglich ihre Reha-Maßnahme antreten könnten. Eine erfolgreiche Rehabilitation sei Voraussetzung, um Menschen schnell wieder in Arbeit zu bringen.

251103
www.vdk.de


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