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ISSN 1610-0611
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Aids: Scheinheilige Politik

Welt-Aids-Tag: Attac und medico kritisieren scheinheilige Politik
"Menschenleben müssen wichtiger sein als Profite"

In Vorfeld des Welt-Aids-Tages haben das globalisierungskritische
Netzwerk Attac und die entwicklungspolitische Hilfsorganisation
medico international die Politik der Industriestaaten als
scheinheilig kritisiert. Fehlende Einzahlungen der reichen Staaten
in den globalen Fonds gegen Aids und ein starrer Patentschutz für
Medikamente blockierten wirksame Hilfe, kritisierten die
Organisationen in Frankfurt.

Eine Versorgung der Aids-Kranken in den Entwicklungsländern werde
vor allem durch Patente verhindert, die die Kosten für Medikamente
in die Höhe treiben, sagte Oliver Moldenhauer vom
Attac-Koordinierungskreis. "In Sonntagsreden wird der Kampf gegen
Aids beschworen, doch tatsächlich kämpfen die Politiker lieber für
die Profite der Pharma-Konzerne." Auch der im Vorfeld der letzten
WTO-Konferenz in Cancún erzielte Kompromiss, der den Import von
reiswerteren Generika-Medikamenten ermöglichen soll, verhindere
durch seine komplizierten Verfahrensweisen eine schnelle Hilfe,
sagte Moldenhauer. "Allein diese Verzögerungen werden unzählige
Aids-Kranke mit dem Leben bezahlen." Attac fordert darum eine
völlige Aufhebung des Patentrechts für Aids-Medikamente in
Entwicklungsländern: "Menschenleben müssen wichtiger sein als
Profite."

Auch finanzielle Unterstützung lässt weiter auf sich warten:
Während für effektive Präventions- und Hilfsprogramme nach
Angaben von UNO-Generalsekretär Kofi Annan jährlich mindestens
zehn Milliarden Dollar notwendig sind, haben die Industrieländer
für die ersten fünf Jahre zusammen bisher weniger als fünf
Milliarden zugesagt und noch keine zwei Milliarden auch
tatsächlich eingezahlt. "Wie Zynismus klingt angesichts dieser
Zahlen das Motto des diesjährigen Aids-Tages, ‚Leben und leben
lassen’. In Wahrheit ist es eher das ‚Sterben lassen’, das den
Umgang mit den Betroffenen prägt", sagte Dr. Andreas Wulf von
medico international. "Die Dimension dieser Epidemie zeigt
deutlich, dass Wohltätigkeit und Hilfsprogramme nicht
ausreichen. Auch die wirtschaftlichen und politischen
Hintergründe müssen hinterfragt werden."




Attac Deutschland und medico international
Gemeinsame Pressemitteilung
Frankfurt, 30. November 2003

www.medico.de

www.attac.de


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