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ISSN 1610-0611
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Wohnungslosenhilfe vor hartem Winter

Diakonie weist auf steigende Zahl von Obdachlosen hin

"Die Zahl der Wohnungslosen steigt insbesondere in den Ballungsgebieten an",
berichtet Diakonie-Präsident Pfarrer Dr. h.c. Jürgen Gohde heute in Berlin. Man
müsse davon ausgehen, dass sich in diesem Jahr die Verarmung erstmals wieder in
deutlich höheren Wohnungslosenzahlen niederschlagen werde. Dabei sei die
erkennbare Wohnungsnot nur die Spitze des Eisberges. Die Diakonie geht von
400.000 Menschen aus, die als sogenannte Wohnungsnotfälle bezeichnet werden.
Dies bedeutet, sie leben in ungesicherten Mietverhältnissen oder unter
unzumutbaren Bedingungen bei Freunden und Bekannten.

Auf eine dramatische Entwicklung in der Obdachlosenhilfe macht Pfarrer Dr.
Wolfgang Gern, Vorsitzender der Evangelischen Obdachlosenhilfe, aufmerksam.
Immer mehr junge Menschen landen nach seinen Worten im gesellschaftlichen
Abseits. Der Altersdurchschnitt der Hilfe suchenden Menschen sei stark gesunken
und liege inzwischen bei nur 38 Jahren. Die Ursachen der Wohnungslosigkeit seien
vielfältig: Überschuldung, Langzeitarbeitslosigkeit und Trennungskrisen seien
häufig sich überlagernde Problemlagen. Vorrangiges Ziel der Evangelischen
Obdachlosenhilfe: Hilfe zur Selbsthilfe und bei den Ressourcen der Betroffenen
anzusetzen. "Besonders am Herzen liegt uns daher die Arbeitsmarktförderung.
Arbeitsfähige Menschen, die in stationären Einrichtungen, etwa in Wohnheimen,
untergebracht sind, dürfen davon nicht ausgeschlossen sein", forderte Gern.

Eine gute Hilfe setzt für die Diakonie an der gesamten Vielfalt der Problemlagen
an - an gesellschaftlichen wie an persönlichen. Dafür fordert sie gesetzliche
Grundlagen. Migrantinnen und Migranten brauchen vollen Zugang zum Hilfesystem.
Bisher ist dieser Zugang erschwert, und die Inanspruchnahme von Sozialhilfe
führt noch immer zu Ausweisungen. Notwendig ist eine überörtliche
Kostenträgerschaft für die Hilfe in besonderen sozialen Lebenslagen. Ausgrenzung
und Obdachlosigkeit darf sich für staatliche und kommunale Ebenen nicht
"lohnen". Die künftige Bundesagentur für Arbeit hat ihre Stärken bei der
Vermittlung in den ersten Arbeitsmarkt, Kommunen und Wohlfahrtsverbände
insbesondere beim zweiten Arbeitsmarkt und bei der sozialen Integration. Die
Stärken beider Entwürfe lassen sich durch verbindliche, gesetzlich geregelte
Kooperationsbeziehungen zwischen den Kommunen und den Trägern der Sozialhilfe
kombinieren. "In diesem Sinne muss es im Vermittlungsausschuss von Bundestag und
Bundesrat einen Kompromiss bei der Zuständigkeit für das neue Sozialgesetzbuch
II geben", so Präsident Gohde.

Unter dem Dach der Diakonie und der Evangelischen Obdachlosenhilfe befinden sich
bundesweit über 360 Einrichtungen, das sind bundesweit mehr als 40 Prozent der
Wohnungslosenhilfe. Die Diakonie ist in diesem Bereich der mit Abstand größte
Anbieter. Die Evangelische Obdachlosenhilfe e.V. ist als Fachverband Mitglied im
Diakonischen Werk der EKD.





2. Dezember 2003/po/mps
Miguel-Pascal Schaar
Diakonie-Bundespressesprecher
Diakonisches Werk der Evangelischen Kirche in Deutschland e.V.
Reichensteiner Weg 24
14195 Berlin-Dahlem
www.diakonie.de


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