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ISSN 1610-0611
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Gentechnik durch die Hintertuer

Kommt die Gentechnik durch die Hintertuer in unser Essen?
Greenpeace warnt mit Aktion am Bundestag vor Verunreinigung von Saatgut

- 200 Maiskolben mit Halloween-Fratzen haben 50
Greenpeace-Aktivisten heute morgen vor dem Bundestag in Berlin aufgestellt.
Sie warnen damit vor der unkontrollierten Ausbreitung genmanipulierter
Pflanzen. Die Ausbreitung droht durch einen Vorschlag der EU-Kommission:
Sie will die Verunreinigung von bis zu 0,7 Prozent des Saatguts mit
Gentechnik erlauben, ohne dass entsprechend gekennzeichnet werden muss. Auf
einem Maisfeld waere jede 200ste Pflanze genmanipuliert, Lebensmittel ohne
gentechnische Verunreinigung waeren dann kaum noch zu garantieren. Am 27.
Oktober wird in der EU ueber den Vorschlag abgestimmt. Die Bundesregierung
hat sich bislang noch nicht festgelegt. Greenpeace fordert sie auf, gegen
die Verunreinigung zu stimmen und auf ein Reinheitsgebot fuer Saatgut zu
draengen.

"Wird unser Saatgut verunreinigt, wuerde die Gentechnik ausser Kontrolle
geraten. Auf jedem Acker koennten ploetzlich Gen-Pflanzen wachsen", warnt
Henning Strodthoff, Gentechnik-Experte von Greenpeace. "Dem Verbraucher
wuerde klammheimlich ueber das Saatgut Gen-Food aufgetischt."

Die EU-Kommission will durchsetzen, dass je nach Pflanzenart 0,3 bis 0,7
Prozent der Saat genmanipuliert sein koennen. Dabei gibt es keinen Grund,
auf unbelastetes Saatgut zu verzichten. So hat Oesterreich im Jahr 2001 mit
einem Gesetz dafuer gesorgt, dass Saatgut nicht gentechnisch verunreinigt
ist.

Nach einer aktuellen Emnid-Umfrage im Auftrag von Greenpeace wollen rund 70
Prozent der Deutschen nicht, dass Saatgut mit Gentechnik verunreinigt wird.
Ebenso viele Landwirte lehnen Gentechnik auf dem Acker ab. Damit
Verbraucher weiterhin frei waehlen koennen, hat die EU im Juli 2003
beschlossen, wie Lebens- und Futtermittel gekennzeichnet werden muessen:
Sobald sie mit mehr als 0,9 Prozent Gentechnik verunreinigt sind, muss dies
auf der Verpackung stehen.

"Diese Verordnung laeuft ins Leere, wenn die EU ihre Vorstellungen
durchsetzt. Steckt schon im Saatgut die Gentechnik drin, ist eine
Landwirtschaft und Ernaehrung ohne Gentechnik fast unmoeglich - und das
gegen den Willen der Bevoelkerung", erklaert Strodthoff.

Die Lebensmittelindustrie und Landwirte, die weiterhin auf eine Produktion
ohne Gentechnik setzen wollen, wuerden durch die neue EU-Regel zusaetzlich
belastet. Es wuerde fuer sie immer schwieriger und teurer, den fuer
Lebensmittel vorgeschriebenen Grenzwert einzuhalten. Denn auch bei der
Ernte, Transport und der Verarbeitung koennen weitere Verunreinigungen
hinzukommen.




Berlin, 10. 10. 2003
www.greenpeace.org


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