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ISSN 1610-0611
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Rolle rückwärts in der Tropenholzpolitik

Hamburg plant Rolle rückwärts in der Tropenholzpolitik
Umweltorganisationen und Waldvölker lehnen malaysisches Holzsiegel weiter ab

Nach mehrmonatiger Pause will die Hamburger Wirtschaftsbehörde morgen erneut
über die Anerkennung des malaysischen Tropenholzzertifikats MTCC (Malaysian
Timber Certification Council) für die öffentliche Beschaffung diskutieren.
Bereits im vergangenen Dezember hatten Umweltverbände unmissverständlich
erklärt, dass sie dieses Siegel für mangelhaft halten und die Beibehaltung
der bisherigen Regelung verlangt. Laut Senatsbeschluss vom 3.12.1996 darf
bei öffentlichen Bauten in Hamburg nur Tropenholz mit dem weltweit
anerkannten Zertifikat des Forest Stewardship Council (FSC) verwendet
werden.

40 Umweltorganisationen aus aller Welt haben erst kürzlich erklärt, dass sie
das Zertifikat aus Malaysia für ein reines Werbeinstrument der
Tropenholzindustrie halten. Sie kritisieren, ebenso wie die UreinwohnerInnen
des Landes, dass dieses Siegel nicht die Landrechte der Waldvölker schützt,
ihre Meinung übergangen wurde und die unabhängige Kontrolle für den
Holzeinschlag nicht gewährleistet sei.

Während die malaysische Holzindustrie ihren Werbefeldzug in Europa führt,
kämpfen im malaysischen Teil Borneos die letzten Waldnomaden weiter um ihren
Lebensraum. Im September kam es im Bundesstaat Sarawak erneut zu Blockaden
der UreinwohnerInnen gegen die Abholzung des Regenwaldes und zu Verhaftungen
durch die Polizei.

"Statt sich als Mitglied des Klimabündnisses verantwortlich und solidarisch
gegenüber den Völkern des Regenwaldes zu verhalten, will sich Hamburg den
Lobbyisten der Tropenholzindustrie beugen und schwächt damit die Position
der Ureinwohner", sagt Jens Wieting von ROBIN WOOD. "Uns ist außer Hamburg
keine andere Stadt bekannt, die der malaysischen Holzwirtschaft derart den
Hof macht und ihr ohne Rücksicht auf Umwelt und Menschenrechte in die Arme
fällt."

ROBIN WOOD hat mit spektakulären Aktionen maßgeblich dazu beigetragen, dass
sich die Stadt Hamburg 1996 verpflichtete, Tropenholz nur noch mit dem
Siegel des FSC einzusetzen. Zusammen mit ROBIN WOOD hatten auch Greenpeace
und WWF Anfang dieses Jahres erklärt, dass sie nicht länger an einem "Runden
Tisch" teilnehmen, solange über die Anerkennung des zweifelhaften Siegels
Malaysias diskutiert werden soll. Außerdem beteiligten sich auf Aufforderung
von ROBIN WOOD und "Rettet den Regenwald" Tausende von Bürgern an
Online-Protesten und einer Postkartenaktion an den Bürgermeister der
Hansestadt mit der Forderung, den Tropenholzbeschluss nicht anzutasten. Die
GAL-Fraktion unternahm im Juni den unterstützenswerten Vorstoß in der
Bürgerschaft, die Verpflichtung zur Verwendung von Holz aus nachhaltiger
Forstwirtschaft mit dem FSC-Siegel auf sämtliche Holzarten auszuweiten.


Hamburg, 21. Oktober 2003
Ressort: Politik/Umwelt
Ute Bertrand, Pressesprecherin,
www.robinwood.de

Weitere Hintergrundinformationen sowie die Resolution der Umweltverbände
gegen MTCC finden Sie unter: http://www.robinwood.de/tropenwald


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