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ISSN 1610-0611
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Gentechnik im Tierfutter

Greenpeace-Umfrage:
Mehrheit der Deutschen lehnt Gentechnik auch im Tierfutter ab
Versuchskaninchen vor Metro-Zentrale fordern Verzicht auf
Gentech-Nahrungsmittel

- Rund 72 Prozent der Deutschen lehnen
Gentechnik im Essen auch dann ab, wenn sie ueber den Umweg des Tierfutters
in Fleisch, Eiern und Milch auf den Tisch kommt. Das ist das Ergebnis einer
neuen, von Greenpeace in Auftrag gegebenen Emnid-Studie von November 2003.

Trotz dieser Ablehnung will das groesste deutsche Handelshaus Metro im
Gegensatz zu den meisten deutschen Lebensmittelherstellern Gentech-Produkte
durchsetzen: In den Maerkten von Real, Extra und Kaufhof bietet der Konzern
Nahrungsmittel von Tieren an, die genmanipuliertes Futter erhalten haben,
und Produkte mit Zutaten aus genmanipulierten Pflanzen. "Metro faellt vor
den Gentech-Konzernen auf die Knie", sagt Corinna Hoelzel von der
Greenpeace Verbraucherorganisation EinkaufsNetz, "und missachtet so die
Meinung der Verbraucher." Greenpeace fordert seit langem den Verzicht auf
Gentechnik in Lebensmitteln und im Tierfutter.

Seit heute morgen protestieren daher Greenpeace-Aktivisten vor der
Metro-Zentrale in Duesseldorf gegen den Handelsriesen. 15 Aktivisten stehen
mit Kaninchenmasken verkleidet in einem Kaefig aus fuenf Meter hohen
Gabeln. Auf einem Banner steht: "Metro macht uns zu Versuchskaninchen." Die
meisten grossen Lebensmittelhersteller und -haendler in Deutschland
verzichten auf Gentechnik in ihren Produkten oder haben eine entsprechende
Absichtserklaerung abgegeben. Waehrend andere Unternehmen versuchen, die
ungewollte Gentechnik aus Lebensmitteln fernzuhalten, will Metro sie als
einziges Unternehmen offensiv zum Beispiel in seinen Tip-Produkten
vermarkten.

Das EinkaufsNetz ist die Verbraucherorganisation von Greenpeace. Sie bietet
nicht nur Informationen ueber die Qualitaet von Lebensmitteln, sondern auch
die Moeglichkeit, Konsumentenmacht wirksam gegen Missstaende einzusetzen
und Druck auf Unternehmen und Politik auszuueben. Die Mitmacher schreiben
Protestkarten, zeigen die rote Karte, fragen nach und aendern ihr
Kaufverhalten. Bislang beteiligen sich rund 30.000 Mitmacher an Aktionen
gegen Gift und Gentechnik im Essen. Das EinkaufsNetz fordert Lebensmittel,
die gut sind fuer Verbraucher, Landwirte und die Natur.


Hamburg/Duesseldorf, 2. 12. 2003
www.greenpeace.org


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