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ISSN 1610-0611
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Acrylamid: Bio-Weihnachtsgebäck nicht besser

Neue foodwatch-Tests zeigen: Belastungsunterschiede bis zum
Vierzigfachen / Kennzeichnung notwendig

Mit zusätzlichen Produkttests untermauert foodwatch
die Forderung, die Acrylamidbelastung von Lebensmitteln zu kennzeichnen.
Der Test von 26 Weihnachtsgebäcken umfasst nun auch drei
Bio-Erzeugnisse. Eines davon ist besonders hoch belastet, die anderen
beiden liegen im Mittelfeld. Generell unterscheiden sich die Belastungen
der Produkte verschiedener Hersteller bis zum Faktor 40.

22 der Produkte hatte foodwatch bereits im letzten Jahr testen lassen.
14 Produkte weisen niedrigere, acht Produkte höhere Acrylamid-Werte auf
als im Vorjahr. Zwei Lebkuchen liegen in diesem Jahr noch über dem
höchsten Messwert des vergangenen Jahres. Unterschieden sich die
Minimal- und Maximalwerte verschiedener Lebkuchen im vergangenen Jahr um
den Faktor sieben (82 zu 593 Mikrogramm pro Kilogramm), liegt der Faktor
in diesem Jahr bei über 40 (792 zu 19).
„Die meisten Hersteller informieren weder ihre Kunden noch antworten sie
auf Anfragen zu Acrylamid“, stellt Matthias Wolfschmidt von foodwatch
fest. Die Verbraucherorganisation hatte alle Hersteller der getesteten
Produkte angeschrieben. Lediglich Allos, Lebkuchen-Schmidt, Schneekoppe
und Borggreve reagierten. Firmen wie Lebkuchen-Schmidt und Allos hielten
hingegen ausführliche Kundeninformationen über Acrylamid und die
Belastung ihrer Produkte bereit, so Wolfschmidt. Die zur
Lebkuchen-Schmidt-Gruppe gehörende Firma Wicklein stellt die beiden
Testsieger-Produkte bei Lebkuchen für den Discounter Lidl her.

„Die Minimierungsstrategie der Bundesregierung schützt die Verbraucher
nicht. Die sogenannten Signalwerte sind viel zu hoch angesetzt und
erfüllen eine Alibi-Funktion für untätige Hersteller. Insbesondere fehlt
für die Verbraucher eine Produktkennzeichnung“, kritisiert Wolfschmidt.

Mehr Transparenz für Verbraucher fordert auch der Leiter des Nürnberger
Institutes für Biomedizinische und Pharmazeutische Forschung, Prof.
Fritz Sörgel: „Eine verbindliche Kennzeichnung von Lebensmitteln mit
ihrer Acrylamidbelastung erscheint dringend nötig. Wenn die Hersteller
sich dazu nicht schnell entscheiden, müssen sie sich nicht wundern, wenn
der Verbraucher die Politik zu gesetzlichen Maßnahmen drängt.“

foodwatch schlägt deshalb eine Kennzeichnung vor, die die
Produktbelastung auf einer mehrstufigen Skala sichtbar macht. Den
Verbrauchern ist dieses Verfahren von Haushaltsgeräten zur Kennzeichnung
des Energieverbrauchs bekannt.

Zur Tabelle mit allen Messwerten:
http://www.foodwatch.de/showpage.php?pageId=389

Zum Kennzeichnungsvorschlag:
http://www.foodwatch.de/showpage.php?pageId=391

Stichwort Signalwert: Für verschiedene Produktgruppen werden durch das
Bundesamt für Verbraucherschutz die zehn Prozent der Erzeugnisse
ermittelt, die als am höchsten belastet getestet worden sind. Der
niedrigste Wert davon ist der jeweilige Signalwert. Die Signalwerte sind
keine Grenzwerte, denn bei Signalwertüberschreitungen drohen keinerlei
rechtliche Konsequenzen für die Anbieter.

Berlin, 5.12.2003.
foodwatch e.V.
Matthias Wolfschmidt
www.foodwatch.de


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