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ISSN 1610-0611
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Armutsbekämpfung mit TransFair

Schon drei Millionen Menschen kaufen fair

Durch TransFair erhielten im letzten Jahr allein die auf dem Weltmarkt ausgebeuteten Kaffeebauern fünf Millionen Euro mehr, die sie in soziale Projekte, Einkommens- und Qualitätsverbesserung investierten. Auch die Orangenpflücker in Brasilien und auf Kuba profitierten vom Fairen Handel. „Erstmals wurde eine Million Liter des fairen Saftes verkauft“, freut sich Geschäftsführer Dieter Overath bei der Vorstellung des Jahresberichtes in Bonn. Von den Mehreinnahmen konnten zum Beispiel ein Mädcheninternat und ein kulturelles Zentrum aufgebaut werden. Der Faire Handel ist für die rund 800.000 begünstigten Familien im Süden ein konkreter Schritt zur Armutsbekämpfung.

Deutschland Discounterland
Trotz dieser Erfolge machte die Verschiebung der Einkaufsgewohnheiten und die allgemeine Konsumzurückhaltung dem Fairen Handel zu schaffen. Immer mehr Deutsche kaufen bei den Discountern ein, die keine TransFair-Produkte führen. Diese Entwicklung hat den TransFair-Umsatz gegenüber dem Vorjahr von 56 auf 51 Millionen Euro zurückgehen lassen. „Dennoch ist TransFair eine moderne und effektive Entwicklungshilfe“, so Overath. Jährlich kaufen schon drei Millionen Menschen TransFair-Produkte ein.

Fairtrade International (FLO): Auszeichnung und Wachstum
International gesehen steigerten die FLO-Initiativen TransFair, Max Havelaar und Fairtrade ihre Umsätze auf 300 Millionen Euro. Die Partner im Süden haben durch den Fairen Handel mit den Siegeln 36 Millionen Euro Mehreinnahmen erhalten.
Der in Bonn ansässige Dachverband FLO (Fairtrade Labelling Organization International) und seine Mitglieder wurden mit dem internationalen König Baudouin Preis für Entwicklung ausgezeichnet. In der Laudatio wurde die Pionierarbeit der Siegelinitiativen TransFair und Max Havelaar für die benachteiligten Bauern und Arbeiter hervorgehoben. FLO arbeitet ständig an neuen Produkten und weitet das einzigartige Fairtrade System aus.

Herausforderungen für Fairtrade
„TransFair setzt auf eine verstärkte Kooperation mit dem Handel und eine intensivere Verbraucheraufklärung“, betonte der Vorstandsvorsitzende Norbert Dreßen (Misereor). So wurde im Frühjahr das neue internationale Logo erfolgreich in Deutschland und neun weiteren Ländern eingeführt. Nach drei Monaten kennen es hierzulande laut Emnid bereits 14 Prozent. In der Fairen Woche vom 22.-28. Sept. 2003 werden vielfältige Aktionen rund um den Fairen Handel die Konsumenten direkt ansprechen. Infos unter www.fairewoche.de

RUGMARK: Möbelhäuser engagieren sich gegen Kinderarbeit
Trotz der Krise im internationalen Teppichhandel wurden Teppiche im Wert von über 70 Millionen Euro auf dem deutschen Markt verkauft. Dies sind zwar 25 Prozent weniger als im Vorjahr, aber angesichts der dramatischen Rückgänge der Teppichimporte aus Indien und Nepal in Höhe von 35 Prozent ist es ein eher moderates Ergebnis. Mit Musterring, Domäne und Himolla hat RUGMARK neue Partner für den Kampf gegen illegale Kinderarbeit gefunden.
RUGMARK-Kontrolleure konnten bisher über 2.000 Fälle von illegaler Kinderarbeit aufdecken. Das einmalige Kontrollsystem drängt effektiv die Kinderarbeit im Teppichgürtel zurück.

Hintergrund
TransFair handelt als unabhängige Siegelinitiative nicht selbst mit Waren, sondern vergibt sein Siegel für fair gehandelte Produkte. TransFair e.V. wird von 37 Organisationen wie Misereor, Evangelischer Entwicklungsdienst (EED), Unicef, BUND und der Verbraucher Initiative getragen. Die Produkte sind bundesweit in 22.000 Supermärkten und Lebensmittelabteilungen der Warenhäuser sowie 800 Weltläden erhältlich. Jährlich kaufen drei Millionen Menschen die TransFair-Waren. Der Faire Handel mit dem Siegel verbessert konkret die Lebensverhältnisse von rund 800.000 Bauern- und Plantagenarbeiterfamilien in ca. 40 Ländern Afrikas, Lateinamerikas und Asiens.
TransFair Deutschland ist Mitglied bei „Fairtrade Labelling Organizations International“ (FLO), in der die weltweit 17 nationalen Siegelinitiativen zusammengeschlossen sind. FLO ist weltweit der größte Sozialzertifizierer.
RUGMARK, die Initiative gegen illegale Kinderarbeit in der Teppichindustrie, wird seit 1999 von TransFair e.V. betreut. Die Initiative wird von Brot für die Welt, Misereor, Unicef und terre des hommes unterstützt.














Bonn, 11. Juni 2003: Jahrespressekonferenz TransFair/RUGMARK


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Fair gehandelte Produkte mit neuem Logo