ai zum Irak:
Menschenrechte müssen endlich eingehalten werden
- Ein neuer Bericht von amnesty international (ai) dokumentiert unerträgliche Haftbedingungen, Folter und Misshandlungen durch die Streitkräfte der von den USA angeführten Koalition. "Nach mehr als hundert Tagen Besatzung ist das Versprechen, dass die Menschenrechte im Irak eingehalten werden, noch immer nicht erfüllt", beklagt Heinz Patzelt, Generalsekretär von ai- Österreich. Es ist beschämend, immer noch zu hören, dass Menschen unter unmenschlichen Bedingungen oft wochenlang festgehalten werden, ohne dass ihre Angehörigen über ihren Verbleib informiert werden und ohne daß sie durch einen Anwalt vertreten oder von einem Richter gehört werden", so Patzelt weiter.
Ehemalige Gefangene berichteten ai, sie sind von den amerikanischen und englischen Soldaten trotz der extremen Hitze in Zelten, ohne ausreichend Trinkwasser und ohne geeignete sanitäre Anlagen, festgehalten worden. Sie wurden gezwungen, offene Gräben als Toiletten zu benutzen und haben keine frischen Kleider erhalten - auch nicht nach zwei Monaten Haft.
Zudem sind bei ai Berichte über Folterungen und Misshandlungen durch die Soldaten eingegangen. Unter anderem sind Gefangene künstlich wachgehalten und in schmerzhaften Körperhaltungen festgehalten worden. Darüber hinaus wurden sie zum Teil lauter Musik und grellem Licht ausgesetzt.
Es gibt auch zahlreiche Berichte, dass bei Verhaftungen Privatbesitz, unter anderem große Geldsummen, konfisziert und nach der Freilassung nicht zurückgegeben wurden. "Viele Angehörige der Koalitionsstreitkräfte und der Militärpolizei, die im Irak für Recht und Ordnung sorgen sollen, haben keinerlei Polizeiausbildung und sind sich nicht im Klaren über die Gesetze, die sie durchsetzen sollen", kommentiert Heinz Patzelt.
In ihrem Bericht begrüßt ai einige der Maßnahmen, welche die US-amerikanische und die britische Regierung seit Beginn der Besatzung durchgeführt haben, beispielsweise die Aussetzung der Todesstrafe sowie die Abschaffung der Revolutionären Spezialgerichte und der Gerichte für Nationale Sicherheit, die für ihre unfairen Verfahren berüchtigt waren.
Bagdad/Wien, 23. Juli 2003 Claudia Emmrich Presse - Assistenz amnesty international Austria Moeringgasse 10 1150 Wien
www.amnesty.at
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