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Bundesregierung muss Tuerkei stoppen
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Aufforderung zum Tourismusboykott
Zur Androhung der Türkei in den Nordirak einzumarschieren erklärt der Generalsekretär der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV), Tilman Zülch:
Bundesregierung muss Türkei stoppen Aufforderung zum Tourismusboykott
Nachdem kurdische und amerikanische Truppen in Kirkuk einmarschiert sind, droht die Türkei mit „notwendigen Schritten“. Sie will das demokratische Experiment Irakisch-Kurdistan zerschlagen und mit bereits bereitgestellten Truppen in den Nordirak einmarschieren. Ein Einmarsch im Nordirak hätte fatale Folgen für die Gesamtregion. Die Menschen in Irakisch- Kurdistan fürchten die Türkei mehr als Saddam Hussein, den sie nun zum zweiten Mal besiegt haben
Die GfbV ruft die deutsche Bevölkerung zum Tourismusboykott gegen die Türkei auf. Wir mahnen die Türkei: Hände weg von Irakisch- Kurdistan! Der Tourismus ist in der Türkei einer der wichtigsten Wirtschaftszweige geworden. Allein 3 Millionen Menschen sind dort tourismusabhängig beschäftigt. Mit 26 Prozent stellt Deutschland die meisten Türkeiurlauber. Ein Tourismusboykott wird die türkischen Machthaber empfindlich treffen.
Die deutsche Bundesregierung muss mit allem Nachdruck die Türkei von ihrem Vorhaben abbringen. Dazu gehört die Androhung von Sanktionen bis hin zur Aberkennung der EU- Anwärterschaft. Wenn Kanzler Schröder seine Friedenspolitik ernst meint, dann muss er jetzt auch gegenüber der Türkei konsequent sein. In Deutschland leben etwa 700.000 Kurden deutscher und anderer Staatsbürgerschaft. Damit kommt der deutschen Bundesregierung eine besondere Verantwortung zu. Sie darf nicht zulassen, dass dieses geschundene Volk neuerlich zum Opfer von Verfolgung und Unterdrückung wird. Herr Schröder sollte nicht vergessen: Es waren über 80 deutsche Unternehmen, die durch Giftgaslieferungen an Saddam deutsche Mitschuld am Tod von zigtausend kurdischen Zivilisten verursacht haben. Bundeskanzler und Außenminister müssen jetzt handeln.
Die Türkei hat in den letzten 15 Jahren 3.428 kurdische Dörfer im eigenen Land zerstört. Über 2 Millionen Männer, Frauen und Kinder wurden vertrieben und nur 30.000 durften bisher in ihre Heimatorte zurück. Noch heute sitzen über 6.500 Kurden als politische Gefangene in türkischen Gefängnissen. Allein in den letzten zwölf Monaten wurden 632 Menschen in türkischen Gefängnissen gefoltert. Die meisten von ihnen Kurden. Im gleichen Zeitraum wurden 36 Menschen in der Türkei strafrechtlich verfolgt, weil sie ihren Kindern kurdische Namen geben wollten. Gegen 448 Menschen hat die türkische Staatsanwaltschaft Haftstrafen von mindestens 3 Jahren beantragt, weil sie sich für das Recht der Kurdischen Sprache im Schulunterricht eingesetzt haben. 980 Studenten wurden aus gleichem Grund von der Universität ausgeschlossen.
Diese Zahlen beweisen, dass die Türkei fortwährend das kurdische Volk unterdrückt und verfolgt.
========================================================= Gesellschaft fuer bedrohte Voelker e.V. (GfbV) Inse Geismar, Pressereferentin Postfach 2024, D-37010 Goettingen Göttingen, 10. April 2003 ==========================================================
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