+ Dass vor Kriegen und in Kriegszeiten gelogen und betrogen wird, weiß die Menschheit seit Jahrtausenden. Aber die Dreistigkeit, mit der die Regierungen Bush und Blair beim Irak-Krieg ihre Völker angelogen haben, ist trotzdem bemerkenswert. Das vermelden jetzt auch Zeitungen in USA und England, die bisher ihren Regierungschefs blind geglaubt haben. Nach dem Krieg stört es weniger.
In Washington bereiten Regierungsmitglieder die Öffentlichkeit darauf vor, dass im Irak wohl keine Massenvernichtungswaffen gefunden werden. Massenvernichtungswaffen in den Händen von Saddam Hussein waren jedoch der Hauptgrund für den Krieg. Vor dem Krieg wurde der Öffentlichkeit immer wieder versichert, es gebe Geheimdienst-Dossiers über Massenvernichtungswaffen im Irak. Vor allem Tony Blair hat den Krieg immer mit diesem Argument begründet, ebenso US-Außenminister Powell vor dem UN-Sicherheitsrat.
Sowohl in den USA wie in England sind jetzt wenigstens einige Journalisten aufgewacht und sprechen von einer "Lügen- Regierung" - in Deutschland übernimmt sogar die kriegsfreundliche FAZ diese Version. Auch die Dummheit von Journalisten ist grenzenlos. Wer blind den Herrschenden vertraut, ist selber schuld, wen er sich blamiert.
Der stellvertretende Chef des amerikanischen ABC-Waffen-Spürtrupps, Captain Tom Bird, auf die Frage nach den Massenvernichtungswaffen: "Ich glaube nicht, dass wir etwas finden werden." Inzwischen hat auch der stellvertretende US-Verteidigungsminister Paul Wolfowitz in der Juni-Ausgabe des Magazins "Vanity Fair" zugegeben, dass der offizielle Kriegsgrund eine Lüge war. Der Präsident der USA ist nicht nur ein Wahlfälscher, er ist auch als Lügner entlarvt. Wie viele US-Wähler werden 2004 diesem Mann ihre Stimme geben? Auch führende deutsche Politiker haben sich mehr oder weniger gern anlügen lassen. Die CDU-Vorsitzende Angela Merkel am 8. Februar 2003: "Die Bedrohung durch Saddam Hussein und seine Massenvernichtungswaffen ist real."
+ 01.06.2003 Franz Alt
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