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Doerfer bei Bagdad sind radioaktiv verseucht
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Greenpeace-Messungen im Irak: Doerfer bei Bagdad sind radioaktiv verseucht
- Erstmals haben Greenpeace-Aktivisten heute morgen die Besatzungstruppen im Irak mit der radioaktiven Verseuchung um die Nuklearanlage Tuwaitha bei Bagdad konfrontiert. Ein Fahrzeug-Konvoi mit weisser Flagge und Greenpeace-Bannern brachte einen Container fuer radioaktives Urangemisch, der nach Pluenderungen auf oeffentlichem Boden hinterlassen worden war, an seinen Ursprungsort zurueck: zu dem groessten Atomkomplex im Irak, den inzwischen die US-Armee bewacht. Greenpeace fordert, zum Schutz der Menschen die radioaktive Verseuchung der Doerfer um die Atomanlage zu beseitigen. Daher muss die US-Armee ihre Blockade der Internationalen Atomenergiebehoerde (IAEO) aufgeben und ihr wieder uneingeschraenkten Zugang ermoeglichen.
Ein sechskoepfiges internationales Greenpeace-Team aus Deutschland, den Niederlanden, Grossbritannien und Oesterreich untersuchte mit Geigerzaehlern und anderen Geraeten in den letzten acht Tagen das Umfeld von Tuwaitha 18 km suedoestlich von Bagdad. Der Komplex war nach dem Sturz des Regimes gepluendert worden. Doch die Menschen wussten nicht, dass das Material hoechst gefaehrlich ist und nutzten Faesser zur Aufbewahrung von Lebensmitteln. Die Strahlung gefaehrdet nun immer noch Zehntausende Menschen in der Region, obwohl die Katastrophe schon einige Wochen bekannt ist.
"Nichtsahnend entwendeten die Menschen radioaktives Pulver aus der Nuklearanlage, im Glauben, es sei Seife, oder sie nutzten strahlende Faesser als Trinkwasserbehaelter", beschreibt Greenpeace-Sprecher Wolfgang Sadik seine Beobachtungen vor Ort. "Wuerde so ein nukleares Desaster in einem westlichen Land passieren, waeren hier schon Schwaerme von Experten und Entsorgungsteams am Werk und die Menschen erhielten medizinische Hilfe."
Die von Greenpeace gemessenen Werte liegen zum Teil um das 1000-fache ueber dem Normalwert. In einem bewohnten Haus nahe der Anlage sind sie sogar 10 000 Mal groesser. Auf dem Gelaende einer Grundschule fuer 900 Kinder betraegt der Wert das 3000-fache. Die Experten fanden in den Doerfern und Feldern zahlreiche Teile mit dem "radioaktiv"-Zeichen.
Vor einem solchen Szenario hatte die IAEO noch im April gewarnt und von den Besatzungsmaechten verlangt, die Kontrolle der Anlage so schnell wie moeglich zu uebernehmen. Erst am 21. Mai 2003, sechs Wochen nach Kriegsende, haben die USA der IAEO erlaubt, in den Irak zurueckzukehren und zu pruefen, was in einem Teil der Anlage gestohlen worden war. Der Zugang zu den Bewohnern der Region und zu anderen Atomanlagen wird der IAEO jedoch nach wie vor verweigert. Mit dieser Weigerung widerspricht die US-Armee der UN-Resolution 1441, die fuer die IAEO uneingeschraenkten Zugang zu allen Anlagen fordert.
In Tuwaitha lagerten bis zum Sturz von Saddam Hussein im April 2003 Uran und andere nukleare Stoffe, die seit dem Golfkrieg 1991 unter der Kontrolle der Vereinten Nationen waren.
Hamburg/Bagdad, 24. 6. 2003 Internet: www.greenpeace.de
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Keine Abschiebung von Flüchtlingen in den Irak | "IMI-List" Nummer 0171
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